Solidaritätsaktion

Servitenflüchtlinge: “Wir sind keine Schlepper”

Österreich
07.08.2013 11:43
An die 100 Besucher sind am Dienstagabend zu einer interreligiösen Aktion für die im ehemaligen Servitenkloster in Wien untergebrachten Flüchtlinge gekommen. Die Islamische Glaubensgemeinschaft hatte zu einem Fastenbrechen in den dortigen Theaterkeller geladen. "Wir sind keine Schlepper", erklärten dabei die Flüchtlinge unisono. Solidarisch zeigten sich unter anderem der Wiener Weihbischof Franz Scharl sowie die evangelische Oberkirchenrätin Hannelore Reiner.

"Es ist ein Moment der Solidarität, des Zusammenhalts und des gegenseitigen Respekts", betonte IGGiÖ-Vertreter Tarafa Baghajati, der sich von der Politik wünschte, Menschen nicht an Orte abzuschieben, "die als zu gefährlich zu erachten sind". Auch Flüchtlinge mit negativem Rechtsstatus sollten Grundversorgung erhalten, kein Wahlkampf dürfe "auf dem Rücken der Schwächsten" geführt werden.

Weihbischof Scharl sprach von einem "Akt der Gastfreundschaft, der uns hierher geführt hat. Ein Zeichen, dass wir die Schwächsten unterstützen müssen". Ziel müsse sein, "langfristige Brücken zu bauen". Oberkirchenrätin Reiner wünschte sich wiederum, "dass die Menschen hier solange ein Zuhause finden bis die Menschlichkeit vor dem Gesetz verwirklicht wird".

"Sind Menschen, die Grausames erlebt haben"
Auch die Flüchtlinge selbst kamen zu Wort und äußerten sich zu den jüngst erfolgten Verhaftungen. "Wir sind keine Schlepper", so ein Sprecher der "Refugees". "Wir sind Menschen, die Grausames erlebt haben; Menschen, die Schutz suchen; Menschen, die sich nach Bildung sehnen; Menschen mit dem Wunsch nach einem normalen Leben." Man glaube an den politischen Dialog und an politische Lösungen.

Weitere Unterstützer der Flüchtlinge hatten am selben Abend indes erneut gegen die Abschiebungen vor dem Polizeianhaltezentrum an der Roßauer Lände in Wien protestiert. Laut Exekutive nahmen rund 300 Personen an der Demonstration teil. Vorfälle habe es keine gegeben.

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