"Krone": Mit der WM in Liberec, den Olympischen Spielen in Vancouver und der WM in Oslo gab es in den vergangenen drei Jahren immer ein Mega-Ereignis. Welche Veranstaltung hast du in dieser Zwischensaison rot angestrichen?
Gregor Schlierenzauer: Mein großes Ziel ist die Vierschanzen-Tournee. Alles andere habe ich ja schon gewonnen. Die Tournee ist schon immer mein großer Kindheitstraum gewesen.
"Krone": Für Simon Ammann gilt Ähnliches. Der Schweizer Überflieger will sogar den Auftakt im finnischen Kuusamo auslassen, um sich ganz gezielt vorzubereiten
Schlierenzauer: Ich würde es an seiner Stelle vielleicht ähnlich machen. Im Schweizer Team dreht sich alles nur um ihn.
"Krone": Ein Vorteil für Ammann?
Schlierenzauer: Eigentlich nicht. Ich bin fast zehn Jahre jünger als Simi. Ich habe also einen Riesenpolster. Ich muss nicht auf Teufel komm raus in diesem Jahr gewinnen.
"Krone": Apropos zehn Jahre: Vor genau einem Jahrzehnt hat Sven Hannawald bei der Tournee seinen legendären Grand Slam geschafft.
Schlierenzauer: Ich kann mich noch gut daran erinnern. Ich war als kleiner Bub bei seinem Sieg am Bergisel selbst zuschauen. Er war eines meiner ersten Vorbilder.
"Krone": Kann man auch heute noch alle vier Tournee-Springen auf einmal gewinnen?
Schlierenzauer: Natürlich ist es möglich. Ich traue mir das auch zu. Es muss aber viermal alles perfekt passen. Im Endeffekt ist es egal, wie du die Tournee gewinnst. Zwei Jahre später redet keiner mehr über das Wie. Der Skiflug-Weltrekord wäre mir lieber.
"Krone": Beim jetzigen Matten-Kurs des Nationalteams auf der Normalschanze in Stams war der Weltrekord wohl noch nicht in Gefahr, oder?
Schlierenzauer: Nein. Ich war aber mit meinen Sprüngen super zufrieden. Ich springe wieder konstant auf einem hohen technischen Niveau. Die harte Arbeit mit Trainer Markus Maurberger hat sich voll ausgezahlt.
"Krone": Für dich könnte also der Weltcup morgen beginnen?
Schlierenzauer: Es ist schon noch etwas zu tun. Ich habe bei der Bindung erst ein Standardpaket beisammen. Ich verwende jetzt wieder eine Variante mit dem gebogenen Stab. Ich hatte bisher aber noch keine Zeit, das zu optimieren. Da ist sicher einiges für mich drinnen.
"Krone": Wie sieht dein Programm bis zum Saisonstart Ende November in Kuusamo aus?
Schlierenzauer: Ich fliege jetzt nicht mit dem Team nach Ägypten, mir ist der Temperaturunterschied einfach zu groß. Ich bleibe lieber hier und fahre mit Freundin Sandra für vier Tage nach Going zum Stanglwirt. Ich will mit einem Wellness-Programm meine Akkus aufladen.
"Krone": Hast du noch einen anderen persönlichen Trumpf in der Vorbereitung?
Schlierenzauer: Ich habe erkannt, dass ich im Laufe einer Saison immer stärker werde. Mein Plan ist deswegen, dass ich noch vor dem letzten Trainingskurs in Lillehammer ein paar Extra-Einheiten auf Schnee mache. Am besten in Ramsau. In Österreich kann ich nämlich Kleinigkeiten am Material ändern. Ich will gelassen in die Saison starten.
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