Sex-Vorwürfe

Anwalt: Oberländer dürfen Gefängnis in Spanien verlassen

Tirol
22.12.2010 08:47
Die beiden im spanischen Sevilla inhaftierten Oberländer (25 und 26 Jahre), denen vorgeworfen wird, zwei junge Spanierinnen vergewaltigt zu haben, können am Mittwoch das Gefängnis verlassen und nach Tirol zurückkehren. Das teilte am Dienstag ihr Verteidiger Martin Leys (Bild) mit. Der Imster Anwalt rechnet sogar damit, dass die spanische Justiz das Verfahren gegen die beiden Männer einstellen wird.

Seit fast genau einem Monat saßen die beiden Pfundser in einem Gefängnis in Sevilla in U-Haft. Die spanische Justiz wirft ihnen vor, nach einer Party zwei Mädchen mit K.-o.-Tropfen zuerst betäubt und sie danach brutal vergewaltigt zu haben. Zur Straftat soll es nach einer Party in der Wohnung eines der beiden Opfer gekommen sein. Als Nachbarn aus der Wohnung laute Schreie hörten, alarmierten sie die Polizei. Die beiden Pfundser, die die Wohnung nach der angeblichen Vergewaltigung fluchtartig verlassen haben sollen, sind kurze Zeit später in ihrem Hotelzimmer verhaftet und ins Gefängnis gebracht worden. Die ihnen vorgeworfene Vergewaltigung haben die beiden Verdächtigen stets bestritten.

"Alles auf freiwilliger Basis geschehen"
Die Meldung aus Spanien, in einem Getränk seien Spuren von K.-o.-Tropfen nachgewiesen worden, nannte Anwalt Martin Leys "eine Informations-Ente". Seine beiden Mandanten und die beiden Spanierinnen sollen in der "Vergewaltigungsnacht" in diversen Bars reichlich Alkohol konsumiert haben. Die beiden Tiroler kannten die Mädchen nämlich von früheren Sevilla-Trips und luden sie zum Umtrunk ein. Ein Mädchen soll derart viel Alkohol getrunken haben, dass sie sich vor einem Lokal von einem Auto überfahren lassen wollte und später in der Wohnung auch noch eine Fensterscheibe einschlug. "Dass es in der Wohnung zu erotischem Körperkontakt gekommen ist, haben meine Mandanten nie bestritten. Das ist aber auf freiwilliger Basis geschehen", erklärt Leys.

Verfahren könnte eingestellt werden
Die Mitteilung, dass seine Mandanten das Gefängnis in Sevilla am Mittwoch verlassen und nach Tirol zurückkehren können, erhielt der Anwalt am Dienstag von seiner spanischen Kollegin. "Sie hat mir auch den 30 Seiten umfassenden Strafakt ins Deutsche übersetzt und bereits übermittelt. Nach Prüfung der darin festgehaltenen Aussagen gehe ich davon aus, dass das Verfahren gegen meine beiden Mandanten eingestellt wird", so Anwalt Leys zur "Krone". Die Botschaft von der Haftentlassung übermittelte er sofort den Eltern der beiden Pfundser. Für sie wird die Nachricht von der Haftentlassung wohl das schönste Weihnachtsgeschenk sein. 

von Gebi Schnöll, Tiroler Krone

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