Täter gefasst
Belgien: Anschlag auf Kaserne vereitelt
Ob der Mann einen Terroranschlag verüben wollte, war zunächst unklar. Die Ermittler kündigten für den Nachmittag eine Pressekonferenz an. Im Vorfeld machte Staatsanwalt Vincent Macq lediglich deutlich, dass er von einem Einzeltäter ausgeht. "Es ist wichtig, die Bürger zu beruhigen", sagte er nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga. "Nichts deutet darauf hin, dass es weitere Protagonisten gab." Die Zeitung "L'Avenir" berichtete im Internet, die Tat habe vermutlich nichts "mit dem internationalen Tagesgeschehen" zu tun. Andere Medien sprachen von psychischen Problemen des Mannes.
In der Kaserne sollen sich während des Angriffs rund 50 Soldaten aufgehalten haben. Das Militärgelände liegt rund 60 Kilometer südöstlich von Brüssel in einem kleinen Ort namens Flawinne, der zur wallonischen Stadt Namur gehört. Eine offizielle Bestätigung für den Gebrauch von Schusswaffen durch die Soldaten gab es zunächst nicht. Ein Sprecher des Verteidigungsministers in Brüssel sagte allerdings nach Belga-Angaben, die Soldaten hätten nach dem Angriff Maßnahmen ergriffen, um die Kaserne zu schützen.
Anschlag auf Jüdisches Museum in Brüssel
In Belgien hatte es in den vergangenen Monaten häufiger Terroralarm gegeben. Zu Jahresbeginn erschossen Sondereinsatzkräfte der belgischen Sicherheitsbehörden in Verviers zwei mutmaßliche Dschihadisten. Hintergrund waren die Ermittlungen gegen eine Terrorzelle. Im Mai 2014 hatte ein Islamist bei einem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel vier Menschen getötet.
Belgien als am meisten terrorgefährdet eingestuft
Belgien gilt als eines der am stärksten durch Terrorismus gefährdeten Länder in Europa. Hintergrund ist die im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße hohe Zahl von Menschen, die als Dschihadisten in das Bürgerkriegsland Syrien gezogen sind. Nach Schätzungen von Sicherheitsbehörden stammen rund 500 Kämpfer in dem Krisengebiet aus Belgien.
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