Der nächste Knebler

Adobe bringt Flash-DRM

Web
20.03.2008 14:35
Da wähnte man sich bereits der DRM-Geißel entledigt, kommt der nächste Hammer: Der Softwarehersteller Adobe hat die Verfügbarkeit des "Flash Media Rights Management Servers" angekündigt. Damit können Broadcaster ihre Videos, die im Internet im Flash-Format zur Verfügung gestellt werden, mit Kopierschutzmaßnahmen versehen. Digital Rights Management (DRM) hat in der Musikbranche in den vergangenen Jahren für viel Diskussionsstoff gesorgt. Nachdem sich die großen Player nun entschieden haben, auf DRM bei Musik zu verzichten, da es geschäftsbehindernd wirkte und User nervt, bringt Adobe die Schutzmaßnahmen auf die Videoebene.

Als Zielgruppe sieht man beim Entwickler vor allem Medienunternehmen, die ihre Inhalte vor einer unkontrollierten Verbreitung schützen wollen, heißt es. Vorstellbar ist das System etwa für Rundfunkanstalten, die ihre Inhalte im Web als Recaps zur Verfügung stellen wollen, gleichzeitig illegalen Download und Verbreitung aber verhindern möchten. Adobe kaufte sich die Flash-Vorherrschaft mit der Übernahme des Unternehmens Macromedia im Jahr 2005.

Gefangen im Adobe-Universum
Das Flash-DRM-System lasse sich in bestehende Workflows integrieren und unterstütze Ausgabeplattformen wie den Adobe Media Player und Anwendungen auf Basis der Laufzeitumgebung AIR. Anwender haben die Möglichkeit, hochauflösende Inhalte ohne Beschränkungen über Adobe-Software bereitzustellen. Für Drittanbieter wird das System nicht geöffnet, womit Anbieter und Konsumenten im Adobe-Universum gefangen sein werden.

"Die Flash-Technologie hat den Weg für die Verbreitung reichhaltiger Videos über das Web freigemacht und Millionen von Nutzern ermöglicht, schnell und einfach Inhalte zu konsumieren", sagt Jim Guerard, Vice President für den Bereich Dynamic Media bei Adobe. "Der Flash Media Rights Management Server gibt Medienunternehmen nun die Möglichkeit, die Verbreitung ihrer Sendungen zu kontrollieren und Inhalte zu schützen. Durch diese zusätzliche Sicherheit werden hoffentlich weitere großartige Inhalte online und auf dem Desktop bereitgestellt."

DRM nur als gesetzliche Waffe für Broadcaster
Ob die Sicherungsmaßnahmen die illegale Verbreitung von Inhalten tatsächlich verhindern kann, bleibt allerdings dahin gestellt. Nach Ansicht der Electronic Frontier Foundation müsse selbst Adobe wissen, dass DRM als Schutz gegen Urheberrechtsverstöße nur vordergründig wirke. Die Intention mit der Einführung sei überhaupt eine ganz andere, hießt es in einem Statement der EFF. Denn mit einem DRM-System gibt man den Rechteinhabern eine wirksame gesetzliche Waffe nach US-Recht in die Hand - egal ob der Kopierschutz wirksam ist oder nicht. Denn laut dem Digital Millennium Copyright Act der USA steht jede Umgehung eines Kopierschutzsystems unter Strafe.

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