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Leserbriefe vom
28.9.2026Datum auswählen
Und täglich grüßt das rote Murmeltier
Gerhard Zeiler mag eine Alternative sein – aber warum sollte er automatisch die Zukunftshoffnung der SPÖ sein? Selbst ÖGB-Chef Wolfgang Katzian sagt inzwischen: Mit dem Austausch einer Person werde sich kein einziger Umfragewert verbessern. Na dann: Worüber reden wir eigentlich? Seit Monaten hören wir dieselben Floskeln: Man müsse den Menschen besser zuhören, Vertrauen zurückgewinnen und die Lebenshaltungskosten bekämpfen. Auch Andreas Babler sprach im August davon, Wählervertrauen zurückzugewinnen. Nur stellt sich irgendwann die einfache Frage: Warum hören die Menschen der SPÖ nicht mehr zu? Arbeiter, Pensionisten und Jugend werden gerne als klassische sozialdemokratische Zielgruppen aufgezählt. Doch es reicht nicht, sie in Sonntagsreden zu erwähnen. Man muss ihre Probleme auch glaubwürdig vertreten – und erklären, warum gerade die SPÖ dafür die richtige Adresse sein soll. Stattdessen beschäftigt sich die Partei lieber mit Personaldebatten und der eigenen Nabelschau. Während darüber diskutiert wird, wer die SPÖ führen soll, fragen sich viele längst, wohin sie überhaupt geführt werden soll. Und „Alle gegen Kickl“ ist noch lange kein eigenes politisches Programm. Abgrenzung kann eine Strategie sein – aber irgendwann sollte eine Partei auch sagen, wofür sie selbst steht. Gerhard Zeiler mag dafür die Lösung sein oder auch nicht. Einen Personalwechsel als Reparatur für eine inhaltliche Krise zu verkaufen, wäre jedenfalls zu einfach. Vielleicht braucht die SPÖ weniger Personalroulette und mehr ehrliche Selbstkritik. „Hier steh’ ich nun, ich armer Tor, und bin so klug wie zuvor.“ Goethe hätte es kaum treffender formulieren können. Nur dass die SPÖ aus „als wie zuvor“ offenbar ein politisches Dauerprogramm gemacht hat. Weiter so – und Freundschaft!
Mike Payer
Der Herausforderer
Der international erfolgreiche Medien-Manager Gerhard Zeiler (71) will SPÖ-Parteichef werden. Normalerweise würde man ja fast reflexartig zwei konkrete Fragen stellen. Euer Ernst? Ein 71-jähriger Multimillionär soll SPÖ-Chef werden? Aber betrachtet man die heutige Zeit und die heutige SPÖ mal nüchtern und realistisch, ist es ein nicht unspannender Ansatz. Für mich hauptsächlich deshalb, weil jetzt ausgerechnet einer wie Zeiler die SPÖ inhaltlich wieder dorthin führen könnte, wo sie hingehört – in die politische Mitte mit ein paar gemäßigten linken Akzenten. Das ist ihm zuzutrauen – wenn man ihn lässt. Die SPÖ muss natürlich endlich verstehen, dass ein Köpfetausch allein in ihrem Fall längst nicht mehr reicht. Sie muss sich endlich auch inhaltlich erneuern, um für einen breiteren Bevölkerungsteil wieder eine wählbare Alternative zu werden. Wirtschaftsliberaler. Weil ohne Wirtschaft kein Sozialstaat funktioniert. Asylpolitisch verantwortungsbewusst. Weil sonst weder Sicherheit, noch Wirtschaft, noch Sozialstaat funktionieren. Steuergerechtigkeit. Leistbares Wohnen. Energiewende. Und sie muss endlich das Thema KI in ihre Agenda aufnehmen. Sicherheitspolitisch und betreffend Arbeitsmarkt.
Christian Stafflinger
Babler – Zeiler
Warum nicht mit Herrn Zeiler versuchen? Schlimmer kann es für die SPÖ nicht kommen, als es eh schon ist. Wenigstens eine Persönlichkeit, die Weltgewandtheit besitzt.
Alfred Kügerl
Babler gibt nicht auf
Zwar war ich nie ein Babler-Fan, kann aber nachvollziehen, dass er nun seinen Sessel nicht kampflos räumen will, nur weil sich der bekannte Manager Gerhard Zeiler nach langem Hin und Her einbildet, Bablers politische Positionen einnehmen zu wollen. Babler, dessen Übernahme des SPÖ-Parteivorsitzes von Anfang an umstritten war, ist eine Kämpfernatur, was so ziemlich das Einzige ist, was ihn auszeichnet. Und Zeiler ist nicht irgendwer, sondern hat in seiner Berufslaufbahn doch einige hervorragende Erfolge vorzuweisen. Daher wird sich die derzeit im Abwärtstrend befindliche SPÖ nun auch noch auf weitere gravierende innerparteiliche Zerwürfnisse einstellen müssen, was nicht nur der Partei weiteren Schaden zufügt, sondern auch die Arbeit der Koalitionsregierung erheblich erschweren könnte.
Franz Köfel
Zeiler hat eine Zukunftsvision!
Abgesehen davon, dass Zeiler ein nicht mehr ganz junger Mensch ist, halten meine Frau und ich diesen durchaus für geeignet, Vorsitzender der SPÖ zu werden, um diese aus dem Umfragetief zu führen. Unsereiner hat genug von den „Nadelstreifsozialdemokraten“. Wie Zeiler richtig im Interview meint, er habe eine Zukunftsvision für Österreich. Sehr gut, dass er sowohl mit der SPÖ als auch mit der ÖVP darüber reden möchte. So eine führende Persönlichkeit fehlt bisher als Gegenpol zur rückwärtsgewandten Politik der FPÖ unter Herbert Kickl. Vielleicht könnte so der „Höhenflug“ der Blauen endlich gestoppt werden!
Andrea und Bernhard Müllner
Unerträgliche Hetze
Man muss Andreas Babler nicht mögen. Aber die Medienhetze gegen ihn ist unfair, ja fast unerträglich. Und Gerhard Zeiler, der sich als möglicher Nachfolger ins Spiel gebracht hat, wird im Falle des Falles erst beweisen müssen, dass er es besser macht. Ob vielleicht dann die Partei wieder mehr an Zustimmung gewinnt, wird sich zeigen.
Eduard Fitzka
„Aktivpensionist“ Zeiler
Gerade erst wurde von der Bundesregierung die sogenannte „Aktivpension“ präsentiert, schon geht Gerhard Zeiler mit gutem Beispiel voran und schickt sich offen an, den unpopulären Herrn Babler abzulösen. Immerhin sehen wir, dass das Leben nicht, wie Udo Jürgens meinte, schon mit 66, sondern eben auch erst mit 71 Jahren anfangen und wieder aufblühen kann, zumindest das politische. Von seiner Rhetorik her erinnert er mich allerdings eher an die ebenso glücklose frühere Vorsitzende Rendi-Wagner, die von vielen als abgehoben empfunden wurde. Spannend wird auch sein, was die ÖVP nun macht: Sich mit Zeiler arrangieren? Ein fliegender Koalitionswechsel zu den Blauen, nicht zuletzt auf Druck des Wirtschaftsflügels? Oder gar Neuwahlen? Es ist jedenfalls unwahrscheinlich, dass man mit einer SPÖ, die in erster Linie mit sich selbst beschäftigt ist, einen „Volkskanzler“ Kickl wird verhindern können. .zumal die Roten immer weiter nach links rücken, nicht in die Mitte, und wenn zwei sich pausenlos streiten, dann freut sich der Dritte!
Florian Stadler
Für ein Zukunftskonzept
Er sei wirtschaftsorientiert, weil er Sozialdemokrat sei, sagt Gerhard Zeiler. Natürlich müsste möglichst nachhaltiges Wirtschaften gemeint sein. Das gute Sozialsystem soll ja weiter bestehen, also finanzierbar bleiben. Er spricht aus, was viele Genossen nicht mutig genug sind, so klar auszusprechen. Deshalb könnte ein solcher Mann mit Erfahrung und Zukunftskonzept dieser im Tief steckenden Partei guttun.
Karl Brunner
Neue Wege
Ich glaube, dass auch ein neuer SPÖ-Chef namens Zeiler die Partei nicht herausreißen wird. Meines Erachtens bedarf es einer Reform und Neuorientierung der Partei unter einem noch unverbrauchten Neuling. Die SPÖ hinkt noch immer hinter der Ära Kreisky nach und glaubt, mit dieser Politik kann man die österreichischen Wähler erreichen. Inzwischen hat sich nämlich viel verändert und die zentralen Themen haben sich verschoben, somit müsste auch die Politik neue Wege gehen.
Wolfgang Ertl
Alterslimit
Ich war selbst ca. 30 Jahre auf Bezirksebene politisch für die SPÖ tätig. Dadurch weiß ich, wovon ich spreche. Immer schon wurde es jungen, engagierten Parteimitgliedern erschwert, sich zu profilieren oder einen Posten zu erkämpfen. Mir erging es Anfang der 90er nicht anders. Dadurch gibt es immer, wenn ein Parteivorsitzender – egal auf welcher Ebene – zur Debatte steht, das Gejammere, dass es „leider“ keinen Jungen gäbe, der das Amt übernehmen kann! Doch jetzt einen 71-Jährigen als Hoffnungsträger der SPÖ zu etablieren und zu feiern, entbehrt jeder Logik. Auch für Politiker sollte es ein Alterslimit geben. Nämlich, dass man mit 60 Jahren letztmalig für ein Amt kandidieren darf. Man regiert – trotz viel Erfahrung – an der realen Welt und der jungen Generation vorbei. Es gibt viele Beispiele. Russland, China, Amerika.
Ferdinand Ertl, ZBR Wiener Linien i.R.
Netanyahu kommt immer mehr unter Druck!
Nach breiter internationaler Kritik an dem vollkommen überzogenen Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung und den riesigen Zerstörungen im Gazastreifen kommt Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu vor den Parlamentswahlen im Oktober immer stärker unter Druck. Es verdichten sich die Fakten mehrfach, dass Netanyahu bereits vor dem Hamas-Massaker am 7. Oktober, unter anderem von Ägypten, vor einem großen Angriff der Hamas gewarnt wurde. Dazu gibt es auch Aussagen und Vorwürfe eines israelischen Regierungsvertreters. Vor einigen Wochen hat die israelische Zeitung „Haaretz“ berichtet, dass Israels Regierung auch aus den Vereinigten Arabischen Emiraten vor einem möglichen Hamas-Überfall gewarnt worden wäre. Damit kann immer mehr ausgeschlossen werden, dass Netanyahu, der die Informationen nicht weitergab, nichts wusste. Welchen Grund hatte Netanyahu, die israelischen Sicherheitschefs nicht zu informieren? Hat er die Warnungen aus Überheblichkeit ignoriert, oder wollte er den Hamas-Angriff, der völlig unterschätzt wurde, als Vorwand nutzen, um gegen die Hamas mit aller Härte im Gazastreifen vorzugehen? Den Preis für die fatalen Entscheidungen nach dem Hamas-Angriff zahlt bis heute die Zivilbevölkerung. Tausende Tote, riesige Zerstörungen und ein Leben in Armut ohne Perspektiven einer baldigen Verbesserung sind von diesem Wahnsinn geblieben!
Mag. Hans Rankl
Bruno – KI in der Zukunft
In seiner Illustration „Bruno am Sonntag“ blickt der Karikaturist Haberzettl in die Zukunft. Künstliche Intelligenz (KI) und Robo-Technik werden künftig aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken sein. Der kleine Maxi wartet auf die Suppe und ein Roboter reicht ihm eine geschälte Banane. In der linken Hand hält er empfangsbereit ein Handy, in dem viel KI verpackt ist, und in der rechten Hand hat er den Suppenlöffel als konventionelles Esswerkzeug. Als Unterlage dient ein Laptop, um rasch eine KI-Abfrage tätigen zu können. Das Ganze erinnert mich an die USA, wo es bereits Restaurants ohne Kellner gibt. Die Speisen werden von Robotern gebracht oder kommen durch ein Loch in der Decke. Die Bestellung erfolgt per Touchscreen und die Bezahlung geschieht bargeldlos mit Karte. Das entspricht dem heutigen Zeitgeist, in dem die Kommunikation hauptsächlich über die sozialen Medien läuft.
Kurt Gärtner
Treffen Xi Jinping mit Trump
Was war wohl der Grund des Besuches? Bestimmt nicht nur ein Händeschütteln. Dazu ist der chinesische Staatspräsident zu schlau. Ihm ging es darum, den amerikanischen Präsidenten zu studieren, sich ein Bild von ihm zu machen. Wie tickt er, wie klar ist er im Kopf, wie funktionieren die Hintermänner, wie verlässlich ist er und was kann Xi Jinping sonst noch aus Trump herauslesen. Ich bin mir sicher, dass Trump von all diesen Beobachtungen keine Ahnung hatte. Man wird jetzt gespannt sein, wie in Zukunft das weitere Verhalten (Verständnis) aussehen wird.
Walter Ulbricht
Das Kreuz muss bleiben!
Als Schüler und als gläubiger Christ hätte ich das Kreuz vermisst. Es half mir oft aus meiner Not, und ich betete zu Gott, er möge meinen Geist begleiten, besonders bei den Schularbeiten .
Fred Stöger
Reise des BP in die USA
Seit Monaten hört man nichts vom Bundespräsidenten, außer bei Festspieleröffnungen. Dann fliegt er mit Regierungsmitgliedern und weiteren Personen nach New York und kritisiert Israels Politik, ausgerechnet an der Ostküste. Es gibt in Österreich genug zu lösende Probleme, z. B. dass ständig weitere Schulden aufgenommen werden müssen. Hauptsache, man fliegt auf Steuerzahlers Kosten in die USA. Vom Bundespräsidenten hätte man bezüglich Israel mehr Feingefühl erwarten können, schließlich ist er nicht als Privatperson gereist. Ergebnis: Außer Spesen nichts gewesen. Soll doch das Volk sparen!
Dr. Christine Sperl
Baby in Backofen geschoben
In den USA, wo sonst, schob eine Mutter versehentlich ihr Baby in den Backofen statt ins Bettchen. Die Mutter wurde zu 13 Jahren Haft verurteilt. Solch ein Missgeschick kann doch passieren. Ich stellte heute den Salzbehälter auch unversehens in das danebenliegende Fach, wo die Zuckerdose steht.oder macht es doch einen Unterschied, was man versehentlich falsch abstellt?
August Riegler
Pendeln darf kein Luxus werden!
Die Spritpreise steigen, die Kosten des täglichen Arbeitswegs werden immer höher – und für viele Menschen wird das Pendeln zur immer größeren finanziellen Belastung. Wer jeden Tag zur Arbeit fährt, tut das nicht aus Spaß, sondern weil der Arbeitsplatz nicht immer gleich ums Eck liegt. Arbeit darf nicht daran scheitern, dass man sich den Weg dorthin kaum noch leisten kann. Deshalb braucht es endlich eine spürbare Entlastung für alle, die täglich pendeln. Die Pendlerpauschale muss an die tatsächlichen Kosten angepasst werden. Pendeln darf kein Luxus werden! Arbeiten muss sich lohnen! Jetzt muss gehandelt werden – nicht erst irgendwann!
Michael Böhm
Vor den Vorhang
Mir gefällt es immer wieder, wen man hie und da, in gewissen Abständen, Menschen vor den Vorhang holt, welche sich integriert haben oder gewillt sind, sich zu integrieren. Diese sind jedoch unterm Strich gesehen nur ein Promillesatz und strafen die seinerzeitigen Aussagen von Sebastian Kurz Lügen, der allen Ernstes behauptete, viele von denen, die da kamen, wären besser (aus)gebildet als wir. So ein einfältiger Tor, wird doch der Erfolg noch immer mit jedem Tag sichtbarer, wenn man nicht die Augen verschließt, sondern sehenden Auges durchs Leben geht.
Franz Umgeher
Sprichwörtliches Böse
Martina Preweins Reportage über den 17-jährigen Fleischerlehrling, der empathielos und aus reiner Mordlust ein Pensionistenehepaar attackierte und dabei den Mann mit einem Messer tötete, zeigt einmal mehr auf, dass es sehr wohl etwas gibt, das man ohne falsche Rücksichtnahme „das sprichwörtlich Böse“ nennen darf. Es ist diese Art von Bösartigkeit, die nur auf menschlicher Ebene auftritt und seit jeher als absolut negativ empfunden wird. Die großen abrahamitischen Religionen sprechen dabei „von den Versuchungen Satans und seiner Dämonen, Menschen zum Bösen zu verführen“. Als aufgeklärte und mehrheitlich areligiös agierende Mitglieder einer westlichen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts kommen wir jedoch mit den Attributen dieser immer wieder hervorbrechenden und nicht begründbaren Bösartigkeit einzelner Individuen rational nicht zurecht und suchen die Antwort auf die Frage nach dem „Warum“ bei Psychiatern und damit zusammenhängenden therapeutischen Optionen. Der jugendliche und als zurechnungsfähig attestierte Mörder, der hoffentlich lebenslang keinen Zutritt mehr zur Gesellschaft erhalten wird, erscheint mir mit seiner Besessenheit, andere Mitmenschen ermorden und dadurch berühmt werden zu wollen, nicht therapierbar. Man möge daher auch nie seinen vollen Namen in den Medien anführen.
Martin Krämer

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