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Leserbriefe vom
28.5.2026Datum auswählen
„Danke, liebe Regierung!“
Bei einem Leserbrief sah ich diese Überschrift: „Wer zum Wahlarzt geht, soll dafür selbst bezahlen.“ Wie weltfremd ist denn das? Wer versichert ist und dafür Beiträge – in diesem Fall sogar Zwangsbeiträge – bezahlt, der hat Anspruch auf Versicherungsleistungen. Der „Kostenersatz“ für Zahlungen an Wahlärzte ist lächerlich – aus mehreren Gründen. Welcher Akademiker oder auch welcher Handwerker würde als Selbstständiger, der alle Nebenkosten für Räumlichkeiten, Personal, Ausrüstung, Verwaltung, Steuern, Weiterbildung usw. damit bezahlen muss, zu einem Stundenlohn von max. 50 Euro arbeiten? Das ist der Stundenlohn, den ein Patient, der gezwungen ist, zum Wahlarzt zu gehen, von der Sozialversicherung retourniert bekommt. Ein Selbstständiger darf darüber hinaus auf alle Leistungen 20% Selbstbehalt bezahlen. Die meisten Patienten, die einen Wahlarzt aufsuchen, machen das nicht aus Jux und Tollerei, sondern weil sie beim Kassenarzt keinen Termin bekommen oder weil der Posten des Kassenarztes eingespart wurde. Ich zahle seit 53 Jahren Höchstbeiträge an die SV – jetzt sogar doppelt – mit der Pension, und extra dazu muss ich als Selbstständiger nochmals volle Beiträge bezahlen, ohne etwas dafür zu bekommen. Das sind als Pensionist rund 3500 Euro und als Selbstständiger nochmals über 12.000 Euro. Im Vorjahr musste ich mich einer dringenden Notoperation unterziehen, bekam aber keinen Termin, also musste ich mich an einen Wahlarzt wenden, denn sonst wäre ich gestorben. Warum muss ich das selbst bezahlen, wo ich doch immer meine Versicherungsprämien bezahlt habe? Das Schlimmste an Ungerechtigkeit ist die Bevorzugung von Menschen, die noch keinen Cent an die Kassen bezahlt haben. Wenn man dann liest, dass arbeitsferne Migranten auf Kosten der Krankenkassa mehrmals eine sündteure künstliche Befruchtung bezahlt bekommen – und das auch für mehrere Kinder – so wird man zornig. Einheimische, die Höchstbeiträge bezahlen und überall noch mit hohen Selbstbehalten belastet werden oder denen Leistungen überhaupt verweigert werden, werden von den Kassen diskriminiert, aber Nichtzahler mit Migrationshintergrund bekommen alle Leistungen ohne Selbstbehalt bezahlt. Da stimmt doch vieles nicht mehr in unserem Staat.
Stephan Pestitschek
100 Euro landen im Mistkübel
Laut einer Studie des WWF werden 14 kg Lebensmittel pro Haushalt monatlich in den Müll geworfen. Vorwiegend Obst, Gemüse und Brot, aber auch Fleisch und Fisch .Anscheinend geht's zu vielen in der österreichischen Bevölkerung noch immer finanziell viel zu gut. Anders ist dieser Irrsinn nicht zu erklären!
Robert Kindl
Verschwendung
Laut WWF-Report zum jüngsten Tag der Lebensmittel-Rettung „knabbern“ wir mit jedem weggeworfenen Bissen Nahrung am Haushaltsbudget . Gemäß den Analysen der Universität für Bodenkultur Wien wirft ein durchschnittlicher Haushalt in Österreich Lebensmittel im Wert von 100 Euro pro Monat weg. Besonders häufig betroffen sind Obst, Gemüse sowie Brot- und Backwaren. Nun gut, nicht jede(r) kann es sich finanziell leisten, in Bäckereien oder Obsthandlungen einzukaufen. Großteils sind solche in kleineren Ortschaften nicht einmal mehr vorhanden. Ohne die Qualität von oben genannten Esswaren bei Diskontern schlechtzureden: Sie alle haben einen weiten Weg bis zum jeweiligen Verkaufsstand hinter sich gebracht. 300.000 Teiglinge – zum Beispiel – werden Jahr für Jahr von China nach Hamburg geliefert, dann in der EU verteilt und in den Handelsgeschäften „aufgebacken“. Offen daheim gelagert, sind Backwaren am nächsten Tag steinhart; – in der Brotdose nach kurzer Zeit schimmlig. Orangen oder Zitronen, im Netz gekauft, faulen teilweise schon nach kurzer Zeit vor sich hin. Egal, ob in einer Obstschüssel oder im Kühlschrank gelagert. Desgleichen auch eine sogenannte „Hand“ Bananen. Der Ausweg ist, entweder alles Gekaufte sofort zu essen oder jeden zweiten Tag Kleinstmengen einzukaufen. Zur Freude der Diskonter und selbstverständlich mit dem Auto. Und hier schließt sich dann der Kreis bezüglich des „Knabberns“ am jeweiligen Haushaltsbudget.
Haribert Isepp
KI muss entwaffnet werden
In seiner ersten Enzyklika beschäftigt sich der Papst Leo XIV. mit den Risiken der KI. Er ist der Ansicht, dass KI nicht als moralisch neutral betrachtet werden sollte. Sie besitzt weder Bewusstsein noch moralisches Gewissen. Besonders verurteilt er autonome Waffensysteme, die praktisch außerhalb jeglicher menschlichen Kontrolle liegen und fordert: „Die KI muss entwaffnet werden.“ Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, bestimmt KI zunehmend die Entwicklung von Waffen. Kampfroboter am Boden, in der Luft und zur See werden die zukünftige Kriegsführung maßgeblich verändern. Eine besondere Gefahr stellen vollautonome Kampfroboter dar, die eigenständig Entscheidungen treffen und ihre Angriffsziele selbst auswählen können. China investiert mit großem Aufwand in KI-gesteuerte Drohnen, bodengestützte autonome gepanzerte Fahrzeuge und KI-basierte Kommandozentralen, die in Echtzeit Entscheidungen treffen können. Diese Entwicklung muss verboten bzw. völkerrechtlich geregelt werden, da der Mensch ansonsten nur noch wenige Möglichkeiten hat, das Kriegsgeschehen zu beeinflussen. Als ethische Forderung gilt, dass der Mensch bei militärischen Entscheidungen immer die Letztverantwortung tragen muss. Dies widerspricht jedoch der KI, die ohne menschliches Eingreifen schneller entscheiden kann.
Oberst i. R. Kurt Gärtner
Täuscher am Werk
Wahrheit ist ein kostbares Gut, schafft Vertrauen und gibt Sicherheit. Zunehmend ist bemerkbar, dass Wahrheiten zweckdienlich gebogen werden. Wenn es nützlich erscheint oder Tatsachen nicht angesprochen werden sollen, kennen manche Vertuscher weder Scham noch Bedenken. Drei Beispiele, die zeigen, wie den Beobachtern Sand in die Augen gestreut wird. Der US-Präsident Donald Trump, selbstherrlicher Dealmaker, kann einfach nicht eingestehen, dass er mangels Strategie in die Iran-Sackgasse geraten ist. Um sein politisches Versagen zu vertuschen, nutzt er seinen eigenen Infokanal, um beinahe stündlich total widersprüchliche Aussagen zu den Verhandlungen mit dem Iran zu treffen. Inzwischen hat er erreicht, dass dem Präsidenten der Supermacht USA kaum noch jemand zuhört. Ist auch nicht nötig, da in wenigen Stunden eine völlig konträre Aussage folgt. Im Disput um den Wiener Dompfarrer Toni Faber, der offen den Zölibat hinterfragt, mit einer Frau eine sehr innige Beziehung lebt und dies auch öffentlich zeigt, zieht der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl als Übergeordneter elegant die Konsequenzen. Toni Faber geht nächstes Jahr in die Priesterpension. Für einen Priester mit 65 Jahren eigentlich eine Frühpension. Damit wird das brisante Thema (Zölibat, die öffentliche Beziehung zu einer Partnerin und das Leben in der Seitenblicke-Gesellschaft) elegant gelöst. Die Wahrheit sieht anders aus. Auch im politischen Bereich ist das Täuschen bzw. Wahrheit-Biegen an der Tagesordnung. Sowohl linksorientierte Parteien als auch rechtsgerichtete Gruppierungen propagieren ihre einfachen Lösungen für alle Probleme und Herausforderungen als einziges Allheilmittel. Sie verschweigen, dass Kompromisse und Konsens notwendig sind, dass auch Minderheiten Rechte zustehen und dass ihre Politik nur mit absoluter Parlamentsmehrheit umsetzbar wäre. Drei Beispiele, die zeigen, wie zweckdienlich Wahrheiten verschwiegen, Beobachter getäuscht und Lügen ungeniert verbreitet werden. Die Frage, warum es einen großen Vertrauensverlust in der Gesellschaft gibt, lässt sich mit dem Verhalten der Täuscher beantworten.
Franz Peer
Gehälter der Uni-Rektoren
Über die Gehälter der Uni-Rektoren kann streiten, man sollte sie aber nicht in Relation zu den Gehältern des Bundeskanzlers, der Minister und Abgeordneten stellen! Diese sind die wenigen Berufe bzw. Posten, für die keinerlei Befähigungsnachweis erforderlich ist – und die Betreffenden können auch bei grobem Vorsatz nicht belangt werden! Beispiele gibt es in Österreich genug!
Hans Reichert
Blutige Bilanz im Pfingstverkehr
Hebt endlich die Strafen für Raser, Alko- und Drogenlenker ordentlich an, das sind keine Kavaliersdelikte. Beschlagnahmt die Autos auf Dauer, verhängt monatelange Fahrverbote bzw. den Entzug der Lenkerberechtigung!
Alfred Zajic
(Teil-)Ersatz von Wahlarztkosten
Zum Leserbrief von Herrn Hans-Peter Hauer (26. 5.): Menschen, die Wahlärzte aufsuchen (können), sind üblicherweise weder Sozialhilfeempfänger noch Mindestpensionisten und tragen daher durch höhere Krankenkassenbeiträge ohnedies in einem höheren Maß die Kosten der Gesundheitsversorgung mit. Das entspricht dem Sozialgedanken und ist auch gut so. Mit dem Besuch von Wahlarztpraxen entlasten diese Menschen zusätzlich auch noch die Kassenpraxen und helfen mit, Wartezeiten in Kassenpraxen zu reduzieren. Wenn es jetzt aber Denkansätze gibt, einen (ohnedies nur teilweisen!) Kostenersatz für Wahlärzte zu streichen, müsste man konsequenterweise diese Menschen auch von der Pflichtkrankenversicherung „befreien“, wodurch sich die Einnahmen der Krankenversicherungen massiv verringern würden. Aktuell werden von der ÖGK bei Wahlarztrechnungen ohnedies nur 80% jener Kosten refundiert, die dieselbe Leistung bei einem Kassenarzt gekostet hätte. Die ÖGK erspart sich also bei jeder Wahlarztrechnung einerseits 20% gegenüber einem Kassenarzt und hat andererseits höhere Beitragszahlungen auf ihren Konten.
Manfred Pilaj
Gedanken über die Wallfahrt in Lourdes
Vom 22. bis 25. Mai durfte ich an der Internationalen Soldatenwallfahrt in Lourdes teilnehmen – dem PMI, dem Pèlerinage Militaire International. Heuer versammelten sich dort rund 17.000 Pilgerinnen und Pilger aus 40 Nationen. Lourdes wurde damit für wenige Tage zu einer der eindrucksvollsten Friedenskundgebungen unserer Zeit. Was auf den ersten Blick paradox erscheinen mag, entfaltet vor Ort eine tiefe Wahrheit: Gerade jene Menschen, die den Ernst von Befehl, Verantwortung, Verwundbarkeit und Opfer kennen, beten dort gemeinsam um Frieden. Nicht als abstrakte Parole, nicht als wohlfeile Sonntagsrede, sondern als existenzielle Bitte. Die Soldatenwallfahrt entstand nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Geist der Versöhnung zwischen französischen und deutschen Militärseelsorgern. Ausgerechnet dort, wo Europa seine dunkelsten Wunden trug, wurde der Versuch unternommen, nicht den Hass zu vererben, sondern die Hoffnung. Das macht Lourdes bis heute so besonders. Für mich persönlich waren die stillen Momente an der Grotte von Massabielle magisch. Dort, wo der Überlieferung nach Maria der jungen Bernadette erschien, wird der Mensch kleiner – aber nicht bedeutungsloser. Man spürt, dass Glaube nicht Flucht aus der Welt ist, sondern eine Quelle, um ihr standzuhalten. Ich habe in Lourdes neu verstanden, dass Frieden nicht nur durch Verträge, Grenzen und Institutionen gesichert wird. Er braucht Menschen, die sich innerlich nicht vom Zynismus besiegen lassen. Menschen, die trotz aller Brüche an Versöhnung glauben. Menschen, die nicht müde werden, im anderen zuerst den Bruder, die Schwester, den Nächsten zu erkennen. Darum war Lourdes für mich mehr als eine Wallfahrt. Es war eine Erinnerung daran, dass Glaube keine Flucht vor der Wirklichkeit ist, sondern eine Kraft, ihr standzuhalten. Und vielleicht ist genau das die leise Größe dieses Ortes: Er macht aus Soldaten keine Träumer, sondern mahnt sie, Wächter eines Friedens zu sein, der zuerst im Herzen beginnen muss.
John Patrick Platzer, Rauth (Präsident des gemeinnützigen Vereins „Soldaten mit Herz“, Zugsführer der Miliz
Fass ohne Boden
Alleine in Wien wurde über eine Milliarde Euro an Sozialhilfe ausbezahlt. Zuwanderung und Familienzusammenführung kosten sehr viel Geld. Aber diese Menschen kommen nicht, weil Österreich so schön ist, sondern weil wir ein großzügiger Sozialstaat sind. Wann kommt endlich Asyl auf Zeit, darüber sollte nachgedacht werden!
Robert Lehmann
Universitäten
Wenn alle den Gürtel enger schnallen müssen, kann es für die Universitäten keine Ausnahme geben. Das würde kein Mensch im normalen Leben verstehen!
Leopold Kummer
Österreich-Aufschlag
Ist wirklich jemand so blauäugig zu glauben, dass Politiker daran etwas ändern wollen? Wenn dieser Aufschlag wegfällt, werden auch die Steuereinnahmen geringer, und das wird es in Österreich niemals geben.
Johann Janosik
Zweierlei Maß
Es macht fassungslos, mit welchen Maßstäben in unserer Justiz gemessen wird. Da verpasst ein Polizist im Zuge einer Amtshandlung, in der seine Mutter von einer betrunkenen und aggressiven 16-Jährigen beleidigt wird, dieser eine Ohrfeige. Das Ende vom Lied: Er muss im Zuge einer Diversion saftige 5000 Euro blechen, damit das Verfahren eingestellt wird. Hat man sich im Wiener „Landl“ eigentlich nur eine Sekunde lang gefragt, wie sich unsere Ordnungshüter tagtäglich von solchen „Früchtchen“ auf der Nase herumtanzen lassen müssen? Besonders bitter, wenn man den Blick auf andere Verhandlungen richtet: Da verlassen teilweise jugendliche Gewalttäter oder Vergewaltiger von Minderjährigen nach milden Urteilen lachend und grölend und mit erhobenen Stinkefingern den Gerichtssaal. Und ein Polizist, der im Dienst einmal die Nerven verliert, wird mit einer enormen Geldsumme zur Kasse gebeten, um danach wiederum für die Sicherheit und diese genannten Idioten den Kopf hinzuhalten. Dass diese verkehrte Welt von manchen ,,neu-woken“ Realitätsverweigerern verteidigt wird, mag schon sein. Aber wir Älteren wollen und können so einen moralischen Kompass – Gott sei Dank – nicht mehr begreifen.
Josef Pratsch

Tierecke
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