Julian L. (30) war in der Nacht zum 18. Juni nach einem Fest auf dem Heimweg. Beim AKH stieg er aus einem Bus und ging durch einen Park. Hier traf er auf sein späteres Opfer, das den Abend mit Freundinnen verbracht hatte. "Ich habe schon länger seine Schritte gehört", sagte die Frau: "Ich habe mir aber nichts dabei gedacht. Plötzlich habe ich ein Seil um den Hals gespürt. Jemand hat von hinten zugezogen. Ich wusste nicht, was der Mann will. Ich dachte an einen Raub."
Julian L. dirigierte sein Opfer zu einer nahen Toilette. "Zweimal ist es mir gelungen, die Türe mit dem Fuß aufzustoßen", so die Zeugin vor Gericht. Letztlich konnte sich die Frau gegen die Vergewaltigung nicht wehren. Mit 45 Kilo Körpergewicht und einer Größe von 1,55 Metern hatte sie keine Chance.
Der Verbrecher konnte durch einen Zufall gefasst werden. Moldawien bat Wochen nach dem Überfall um die Auslieferung des Asylwerbers. Und zwar wegen eines Raubüberfalles in seinem Heimatland. Julian L. saß deswegen in Haft. Dabei wurde ihm ein DNA-Test genommen, der perfekt mit den Spuren am Tatort übereinstimmte. Vor Richter Roland Weber legt Julian L. ein Geständnis ab, fügt aber hinzu: "Ich kann mich an nichts erinnern." Nach dem Urteil - drei Jahre Haft - erbat der Angeklagte Bedenkzeit.
von Peter Grotter, Kronen Zeitung
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