Wie legt man eine Rolle an, an die so viele Erwartungen geknüpft sind? "Ich habe mich drei Wochen lang intensiv darauf vorbereitet und viel gelesen. Das Schöne an dem Beruf ist, dass man in Welten hineinschnuppern darf, mit denen man sonst nicht in Berührung kommt", sagt Manuel Rubey. Der erfolgreiche Schauspieler, der zuletzt als "Falco" für volle Kinosäle sorgte, wagt sich mit dem Part des "Rene", Sohn von "Fetznschädl Karli" und "Irmi", nun an ein neues österreichisches Großprojekt.
Nicht minder bekannt ist seine "Schwester Petra", Hilde Dalik. Als Designerin strebt sie im neuen Streifen eine große Karriere an. "Petra geht ihren eigenen Weg. Sie wartet nicht als Hausfrau daheim, bis der Ehemann kommt, um ihm ein Bier zu bringen", bringt die Blondine die Lebenseinstellung ihres Film-Alter-Egos auf den Punkt. Eine Ansicht, die für "Oma Toni" unvorstellbar gewesen wäre, von "Opa Mundl" ganz zu schweigen. Würde sich Hilde Dalik als Fashion Victim bezeichnen? "Nein, ich ziehe jeden Tag an, wonach ich mich fühle, wurscht welche Marke."
Ganz und gar nicht egal ist "Bruder Rene" dagegen die Fixierung auf eine Rolle. "Es ist mir sehr wichtig, dass ich nicht nur auf die Sackbauer-Saga oder Falco festgelegt werde." An einer Fortsetzung des Mundls ist er nicht interessiert. "Dafür stehe ich nicht zur Verfügung."
Mundls Urenkerl "Edi", Manuels Film-Sohn Pascal Giefing, sieht die Dinge entspannter. Erstmals vor der Kamera, verhielt er sich wie ein Vollprofi, der froh ist, "diese tolle Erfahrung gemacht zu haben". Trotzdem gesteht er: "Natürlich war ich am Anfang sehr nervös, aber das hat sich schnell gelegt, da ich alle als nette und vor allem ganz normale Menschen kennenlernen durfte."
Letzte Frage, Hand aufs Herz, wie gut sind die "echten Wienerisch-Kenntnisse" der nächsten Generation? "Dialekt fällt mir nicht schwer", sagt Hilde Dalik und demonstriert es gleich mit einem urigen "I bin ja ned deppert". Dieser Meinung ist auch Manuel Rubey: "Ich spreche gerne Wienerisch und finde es schade, dass der Dialekt zurückgeht, denn er ist Identitäts-stiftend und hat nichts mit Primitivität zu tun." Da kann man ihm nur in Mundl-Manier beipflichten: "Eh kloa, der Bua hat Recht!" ("Echte Wiener - Die Sackbauer-Saga", ab 19. Dezember im Kino)
Von Eva Schweighofer, Kronen Zeitung
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