Melamin-Skandal
Entschädigung für Milchpulver-Opfer
Der Ex-Chefin des wegen des Skandals um das verseuchte Milchpulver in die Schlagzeilen geratenen chinesischen Sanlu-Konzerns droht nach Justizangaben womöglich die Todesstrafe. Wenn Tian Wenhua, die ehemalige Chefin der Sanlu-Gruppe, schuldig befunden werde, könnten ihr mindestens zehn Jahre Haft, lebenslange Haft oder sogar die Hinrichtung drohen, sagte der Anwalt Li Xiongbing.
Li vertritt eine Reihe möglicher Kläger, die Schadenersatz fordern. Nach Angaben der Justiz soll der Prozess gegen Tian kommenden Mittwoch in Shijiazhuang in der nordchinesischen Provinz Hebei beginnen. Verfahren gegen andere Sanlu-Mitarbeiter und Zulieferer hätten bereits am Freitag begonnen.
Hundertausende Babys erkrankt
Der Skandal um giftiges Milchpulver aus der Volksrepublik flog im September auf. Sanlu war das erste Unternehmen, dem der Verkauf des verseuchten Produktes nachgewiesen wurde. Durch das mit der Industriechemikalie Melamin versetzte Milchpulver starben nach offiziellen chinesischen Angaben mindestens sechs Babys, Hunderttausende wurden zum Teil schwer krank.
Auch in Österreich wurde eine positive Melamin-Probe gezogen. Knapp zwei Wochen nach Start der Lebensmittelkontrollen von chinesischen Produkten in Österreich wurde Anfang Oktober in einem steirischen Chinalokal ein Milchshake gefunden, bei dem der Grenzwert überschritten war. Das Produkt, das am Wiener Naschmarkt gekauft worden war, wurde vom Markt genommen.
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