Es sind nicht Demonstranten wie seinerzeit in der Hainburger Au, die nun die Baustelle des Salzach-Kraftwerks besetzt haben. Es sind kleine, streng geschützte Nager, die das Ufergehölz am Fluss für sich als Lebensraum entdeckt haben. Und dadurch könnte das gesamte Projekt infrage gestellt werden.
Entdeckt hat die Biber die Salzburger Biologin Karin Widerin: "Manche Nagespuren stammen bereits aus dem Winter 2008/2009." Hannes Augustin vom Naturschutzbund spart nicht mit Kritik: "Man hätte die Kraftwerksbaustelle wohl etwas genauer unter die Lupe nehmen müssen. Nach heutiger Gesetzeslage ist ohnehin eine Umwelt-Verträglichkeitsprüfung zwingend vorgeschrieben."
"Biber dürfen nicht gejagt oder umgesiedelt werden"
Für die Naturschützer ist der Kraftwerksbau vorläufig auszusetzen, die rechtlichen Konsequenzen sind unklar. Augustin: "Biber dürfen nicht gejagt, eingefangen oder umgesiedelt werden." Sein Appell an den Landes-Naturschutz: Er möge prüfen, wie die scheuen und nachtaktiven Tiere geschützt werden können.
Im benachbarten Deutschland wurde die Autobahn A49 wegen Kamm-Molchen verlegt, die 17 Gramm schwere Hufeisennase (eine Fledermausart) verhinderte in Dresden den Bau einer neuen Elbbrücke. Augustin: "Man kann gespannt sein, wie Salzburg jetzt mit den Bibern mitten in der Landeshauptstadt umgeht."
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