„Mit den Insekten und den natürlichen Lebensräumen verschwinden auch die Vögel“, warnt Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) im Zuge der Kampagne www.ooebluehtauf.at. BirdLife Österreich untermauert das mit dem jüngsten Index: Feld- und Wiesen-Vögel wurden in nur 20 Jahren um 42 Prozent reduziert!
Grün-Politiker Anschober will keine Schuldzuweisungen machen, etwa an die intensive Landwirtschaft, sondern Verbündete für Verbesserungen finden. Trotzdem gab es auch jüngst beim Landtag in Linz wieder einen Schlagabtausch zwischen dem grünen Landwirtschaftssprecher Stefan Kaineder, der meint, dass zu wenig gegen das Artensterben bei Insekten und Vögeln getan wird, und ÖVP-Landesrat Max Hiegelsberger, den vor allem Pauschalurteile nerven und der die Bemühungen der Bauern um mehr Ökologisierung hervorhebt.
Leiser Tod in der Kulturlandschaft
Bei der Nichtregierungsorganisation BirdLife Österreich spricht manvon einer ökologischen Katastrophe. Etwa am Beispiel der Feldlerche, deren Bestände in Österreich sich seit 1998 halbiert haben. Teils noch weit höhere Rückgänge gibt es bei anderen Kulturlandschaftsbewohnern - siehe die Collage mit den Rückgängen. Laut BirdLife treffen diese Rückgänge auch auf Oberösterreich zu.
Der Himmel hängt nicht mehr voller Lerchen
Die Diagnose von BirdLife Österreich knüpft einmal am Nostalgischen an:„Der Himmel hängt heute nicht mehr voller Lerchen.“ Und am Sachlichen: „Die Abhängigkeit der Feldlerche und der anderen Feld- und Wiesenvögel von der zunehmend industrialisiert bewirtschafteten offenen Kulturlandschaft wurde ihnen zum Verhängnis.“ Das Zeitfenster zum Brüten sei zu kurz, Bruten würden durch die Bewirtschaftung zerstört.
Beispiel der Hoffnung im Naturpark Mühlviertel
Sind wir am besten Weg zum stummen Frühling? Das Artenschutzprogramm von BirdLife mit dem Naturpark Mühlviertel für die Heidelerche ist ein Gegenbeispiel der Hoffnung. Verträge mit Bauern sichern die letzten Lebensräume, der Bestand hat sich stabilisiert.
Werner Pöchinger, Kronen Zeitung
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