Wieder Wirbel um den Videobeweis! Diesmal im Fokus: Der alles entscheidende Treffer zum 3:4 von Spurs-Stürmer Fernando Llorente im Champions-League-Viertelfinale gegen Manchester City. Das Tor des Spaniers fixierte das Aus der Guardiola-Truppe. Doch hätte es überhaupt zählen dürfen? „Manchester ist ausgeschieden, weil der Videobeweis nicht richtig angewendet wurde“, urteilt Eduardo Iturralde Gonzalez, früherer FIFA-Schiedsrichter und nun Schiri-Experte für die spanische Zeitung „As“.
Die Begründung für den schweren Vorwurf ist simpel - und erscheint logisch. Der Video-Assistent in der Regie habe Schiedsrichter Cüneyt Cakir die falschen TV-Bilder zur Bewertung der Szene gezeigt! Der türkische Referee hätte so das Handspiel von Llorente gar nicht sehen können, weil die Kameraperspektive die Situation verfälscht habe, heißt es. In der Zeitlupe der Hintertor-Kamera dagegen war das Handspiel deutlich sichtbar, nur blieb diese Cakir vor seiner Entscheidung eben verborgen.
Ein Skandal
Für Schiri-Experte Iturralde Gonzalez ein Skandal: „Der erste Video-Schiedsrichter hatte Cakir informiert, dass er eine Hand im Spiel gesehen habe. Als Cakir aus der Review Area zurückkam, sagte er aber: ‘Ich habe nichts gesehen. Es war der Oberschenkel‘. Dabei hätte schon eine leichte Berührung gereicht - erklärt Iturralde weiter -, um den Treffer für irregulär zu erklären: „Er trifft ihn erst mit der Hand und dann mit der Hüfte.“ Und sogar Llorente selbst gab nach dem Tor-Spektakel (siehe Video oben) ganz offen zu: „Ich habe schon gespürt, dass der Ball ein wenig die Hand berührt hat.“
Wurde City betrogen?
Das heißt: Der Treffer hätte nicht zählen dürfen! Die Partie wäre somit 4:2 ausgegangen, City und nicht Tottenham (mit einem Gesamtscore von 4:3) ins Halbfinale gegen Ajax Amsterdam eingezogen. Doppelt bitter: City wurde in der Nachspielzeit zudem selbst ein Treffer zum vermeintlichen 5:3 wegen Abseits per Video-Entscheid aberkannt. Star-Coach Pep Guardiola bleibt dennoch nobel: „Ja, es ist hart, es ist grausam. Aber wir müssen es akzeptieren. Es war ein böses Ende. Ich bin für fairen Fußball, für faire Entscheidungen. Manchmal brauchen die Schiedsrichter Hilfe. Wenn es Abseits ist, ist es Abseits.“ Aber eben auch Handspiel, wenn es Handspiel ist ...
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