"Rettungswesen neu"

Bietergemeinschaft aus Tirol setzt sich durch!

Tirol
29.06.2010 14:26
Das Ringen um die zukünftige Abwicklung des bodengebundenen Rettungsdienstes in ganz Tirol ist vorbei: Wie am Dienstagvormittag bekannt gegeben wurde, setzte sich die Tiroler Bietergemeinschaft um das Rote Kreuz gegen ausländische Konkurrenz aus Bayern und Dänemark durch.

Die Ausschreibung des Tiroler Rettungswesens stand unter heftiger Kritik von Seiten der Oppositionsparteien und der Bietergemeinschaft (Rotes Kreuz, Samariterbund, Johanniter, Malteser und "Rettungsdienst"), die auch bisher den Rettungsdienst versahen. Die Kritiker befürchteten eine Verteuerung und Verschlechterung des bisherigen Systems für die Bevölkerung.

Kosten: 27,4 Millionen Euro
Das "Rettungswesen neu" wird 27,4 Millionen Euro pro Jahr kosten. Das beinhaltet die Notfallrettung am Boden und die Krankentransporte (24.000 Notfalleinsätze, 84.500 Rettungseinsätze am Boden pro Jahr). "Die Tiroler Bietergemeinschaft ist die günstigste und beste Lösung", gaben Landeshauptmann Günther Platter (VP) und sein Stellvertreter Hannes Gschwentner (SP) bekannt.

Jetzt ist nur noch die notärztliche Versorgung zu klären, aber ein Abschluss, um diese zu gewährleisten, ist offenbar nur noch Formsache, hieß es bei der Pressekonferenz am Dienstagnachmittag. Ein Angebot der Bietergemeinschaft um 6,5 Millionen Euro steht im Raum und dieses wird zu 99 Prozent den Zuschlag erhalten. 

"Angriffe waren Wahnsinn!"
Platter und Gschwentner freuen sich über die Tiroler Lösung, werfen der Opposition aber auch vor, unnötig Unruhe gestiftet zu haben: "Die Angriffe waren ein Wahnsinn! Sie haben nur 'Stunk' in die Diskussion und den Ausschreibungsprozess gebracht und damit Landesrat Bernhard Tilg zu Unrecht angegriffen." Sie betonen, dass die 4.500 freiwilligen Helfer (die Sorge um ihre weitere Beteiligung wurde besonder heiß diskutiert, Anm.) nun mit der neuen Lösung auch erhalten bleiben.

Opposition kritisiert "Rettungswesen neu"
Für die liste fritz ist die Debatte um das Rettungswesen mit dem Zuschlag für die Bietergemeinschaft noch nicht vorbei. Klubobmann Bernhard Ernst "schießt" scharf in Richtung Landesrat Tilg: "Tilg hat nicht davor zurückgescheut, das Image des Roten Kreuzes massiv anzugreifen und die Tiroler Retter ins Eck der Geldgierigkeit zu stellen. Zudem hat er kein Problem damit gehabt, die Qualifikationen der tausenden freiwilligen Mitarbeiter massiv in Frage zu stellen."

Die liste fritz glaubt nicht, dass das Rettungswesen nach einem Erstangebot von 90 Millionen nun mit 27,4 Millionen Euro ohne Qualitätsverlust erhalten werden kann. "Jetzt müssen die Fakten auf den Tisch, welche Leistungen gekürzt werden!", poltert Ernst.

Rot-Kreuz-Chef: Keine Schließungen, Versorgung gewährleistet
Der Präsident des Tiroler Roten Kreuzes Reinhard Neumayr kontert auf die Angriffe der Opposition und verspricht: Alle 46 Ortsstellen würden erhalten bleiben und die Versorgung in ganz Tirol sei gewährleistet. Zur Preis-Kritik erklärt Neumayr: "Wir können so günstig sein, weil wir eben diese große Anzahl an freiwilligen Helfern haben, während die private Konkurrenz nur Berufsretter einsetzen könnte."

Angst vor Einsprüchen seitens der internationalen Bieterkonkurrenz habe die Landesregierung nicht, so Herbert Biasi, der für die Ausschreibung im Amt der Tiroler Landesregierung zuständig war. Es sei alles korrekt abgelaufen und das beste Angebot habe den Zuschlag erhalten.

von Markus Gassler (Tiroler Krone) und tirol.krone.at

Bild (v.l.): Ernst Schöpf (Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes), Michael Huber (Obmann der Tiroler Gebietskrankenkasse), Thomas Wegmayr (Geschäftsleiter Rotes Kreuz Landesverband Tirol), Ivo Habertitz (Mitarbeiter Rotes Kreuz), Reinhard Neumayr (Präsident des Tiroler Roten Kreuzes), LR Bernhard Tilg, Gerhard Czappek (Geschäftsführer des Samariterbundes Tirol) und Walter Eheim (Johanniter-Unfall-Hilfe).

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