Am Freitag, den 13. März 2020, hat die Regierung erste massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens verlautbart. An diesem Tag stürmten viele Österreicher die Geschäfte, um sich mit Lebensmitteln, Toilettenpapier und Co. einzudecken. So gab es an dem Tag auch mehr Bankomatbehebungen und -zahlungen als am stärksten Weihnachtstag, dem 23. Dezember 2019.
4,8 Millionen Transaktionen zählte die PSA Payment Services Austria, die im Auftrag der heimischen Banken das Bankomatsystem betreut, am Freitag vor einer Woche. Am 23. Dezember 2019, dem stärksten Tag des vergangenen Jahres, waren es 4,5 Millionen Transaktionen gewesen, sagte eine PSA-Sprecherin am Montag. „Überall wurde gekauft und abgehoben.“
Gleich am darauffolgenden Samstag, 14. März, hat sich die Zahl der Bargeldbehebungen und Bankomatzahlungen normalisiert, ehe sie - in den vergangenen Tagen - um 40 Prozent eingebrochen ist. „Man merkt, dass die Leute wirklich nur mehr das Notwendigste einkaufen“, zumal ein Großteil der Geschäfte (außer Lebensmittelhändlern, Apotheken und Co.) zuhabe, so die PSA-Sprecherin. Der Online-Handel werde aber sicherlich zulegen.
Im Supermarkt hat Karte den Vorzug
In Lebensmittelgeschäften wird nun aber aus hygienischen Gründen vermehrt die Bankomatkarte gezückt. „Ja, wir bemerken einen Trend“, so Spar-Sprecherin Nicole Berkmann. „Normalerweise liegen die Kartenzahlungen bei etwa 30 Prozent. Letzte Woche lagen sie im Durchschnitt bei ca. 40 Prozent.“
Bis dato sind die Österreicher, neben den Deutschen und den Italienern, im Vergleich zu anderen Europäern am stärksten am Bargeld gehangen. Quer durch alle Branchen zahlten bisher rund 80 Prozent der Österreicher mit Bargeld, im Lebensmittelhandel „nur“ 70 Prozent - auch dank des Kontaktloszahlens (NFC), das 2019 erneut stark gewachsen ist. Ende des Vorjahres waren laut PSA bereits 73 Prozent der Bankomatkartenzahlungen kontaktlos.
Aufruf zu Kartenzahlungen
Dass nun in der Coronavirus-Krise die Händler, die offen haben dürfen, zur Kartenzahlung aufrufen, ist in Österreich eher ein Novum. Nicht selten war in kleineren Geschäften zu lesen, dass die Kartenzahlung erst ab einen bestimmten Betrag möglich sei - das war häufig eigentlich vertragswidrig.
Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.