„Krone“: 14 Geburten, 15 Kinder im Dienst, dazu der eigene Sohn. Wird das Baby-zur-Welt-Bringen mal zur Routine?
Reinhard Hadler: Ehrlich gesagt, schon. Aber es ist immer wieder schön, einem Leben auf die Welt zu helfen. Wir erleben als Sanitäter viele Schattenseiten des Lebens, das sind die Lichtblicke, die für alles entschädigen.
„Krone“: Wie lief die Geburt von Ilvy in der Nacht ab?
Hadler: Als wir zur Adresse in der Goethestraße zu einer Geburt gerufen wurden, hatte ich es schon im Gefühl, dass wir das Baby entbinden. Ich sagte zum Kollegen, dass wir gleich das Geburtspaket mitnehmen. Als wir ankamen, war das Baby schon da.
„Krone“: Alles erledigt!
Hadler: Nicht ganz. Es musste noch abgenabelt werden. Der Papa war völlig fertig, hat es aber dann super gemacht. Und die dreijährige große Schwester des Babys war auch ganz aufgelöst. Ich hab’ sie dann gebeten, dass sie einen Schnuller fürs Baby holt und auf einmal war die Situation entspannt.
„Krone“: Viele Sanis sagen, dass sie besonders nervös sind, wenn es eine Rettungsgeburt gibt.
Hadler: Ganz ehrlich, vor meiner ersten Geburt hatte ich auch Angst. Das kannst du nicht simulieren oder üben.
„Krone“: Blieben Geburts-Einsätze besonders in Erinnerung?
Hadler: Es sind alle gleich schön gewesen. Einmal hatten wird eine Geburt im Winter, draußen hatte es unter minus zehn Grad. Als wir dem Papa sagten, dass wir das jetzt auf der Couch erledigen, weil es sich bis ins Spital sowieso nicht ausgeht, war er fix und fertig. Weil die Couch danach natürlich zum Entsorgen war. Und einmal erwartete uns eine Mutter, bei der gerade das Köpfchen zu sehen war. Sie meinte nur: „Da kommt gleich noch eines.“
„Krone“: Haben Sie noch Kontakt zu einem der Kinder?
Hadler: Nein. Es gab einen Fall, der ist gar nicht in meiner Geburten-Statistik, da hielt der Kontakt viele Jahre. Da atmete das Kind nicht und wir konnten es reanimieren. Dieser Bub ist inzwischen so alt wie mein Sohn, 27.
Interview: Markus Schütz
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