Traf Tichanowskaja
Macron: „Klar, dass Lukaschenko gehen muss“
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat während eines Besuchs in Litauen die weißrussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja getroffen, die sich derzeit in der Hauptstadt Vilnius im Exil befindet. Das etwa halbstündige Gespräch fand am Dienstag in einem Hotel in Vilnius statt. Anschließend sagte Tichanowskaja, Macron habe versprochen, „alles zu tun, um bei den Verhandlungen um die politische Krise in unserem Land zu helfen“. Macron hatte sich im Vorfeld seiner Baltikum-Reise klar auf die Seite der Opposition gestellt. „Es ist klar, dass Lukaschenko gehen muss“, sagte er am Sonntag über den umstrittenen weißrussischen Präsidenten.
Macron habe außerdem gesagt, dass er dabei helfen wolle, die Freilassung „aller politischen Gefangenen“ in Weißrussland zu erreichen. Nach dem Treffen sprach Macron von einer „sehr guten Diskussion“, man müsse jetzt aber pragmatisch sein und „das weißrussische Volk unterstützen“.
Nach Angaben ihrer Sprecherin wird Tichanowskaja nächste Woche nach Berlin reisen. Sie plane, am Montag und Dienstag in Deutschland zu sein. Derzeit werde sogar ein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel erwogen, das sei aber noch nicht bestätigt.
Im August nach Litauen geflüchtet
Tichanowskaja war nach den offensichtlich gefälschten Wahlen im August auf Druck des Machtapparats von Lukaschenko in das Nachbarland Litauen geflüchtet. Macron war der erste Staats- oder Regierungschef aus einem großen westeuropäischen Land, der sie persönlich empfing. Zuvor hatte sie bereits die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg getroffen. Die EU hat die Wahl Lukaschenkos zum Präsidenten nicht anerkannt.
Viele Menschen in Weißrussland möchten sich mit der erneuten Amtseinführung Lukaschenkos nicht abfinden. Auch am Wochenende gab es wieder Massenproteste im ganzen Land.
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