Elektroautos tragen gerne ein e oder E im Modellnamen. So weit, so einfallslos. Bei Citroën wurde man auf der Suche nach etwas Kreativerem im Markennamen fündig - und nennt das neueste Elektromodell sehr sympathisch Citroën ë-C4. Und das Auto selbst weist auch einige kreative Features auf.
Dazu gehört natürlich zuallererst das Design, dem bei den Franzosen traditionell etwas Avantgardistisches anhaften muss. Was manchmal schon sehr gewollt gewirkt hat, hat sich beim ë-C4 (logischerweise auch beim prinzipiell baugleichen C4 mit Verbrennungsmotor) zu einem stylischen Gesamtpaket verdichtet. Ein zurückhaltender Auftritt geht anders, aber beim Betrachten des Kompaktwagen wird einem so schnell sicher nicht langweilig. Linien, Kanten, (Doppel-)Winkel, LED-Leisten, ein Spoiler quer über die Heckscheibe, dazu „Airbumps“ genannte Plastikleisten - da hat sich jemand austoben dürfen, ohne es wirklich zu übertreiben.
Genau betrachtet handelt es sich eigentlich sogar um einen kompakten Crossover, denn die Sitzposition ist leicht erhöht und auch die Bodenfreiheit übertrifft mit gut 15 Zentimetern das klassenübliche Maß. Insofern kann man die Airbumps auch als verklausulierte SUV-Insignien deuten.
Schwebefahrwerk serienmäßig
Ein nicht sichtbares, aber während der Fahrt jederzeit deutlich spürbares Kreativ-Feature ist die serienmäßige sogenannte „Advanced Comfort Federung mit progressivem hydraulischem Anschlag“. Dank gewissermaßen Dämpfern in den Dämpfern ist es besonders komfortabel und lässt zeitweise den Eindruck entstehen, der Wagen schwebe über Bodenunebenheiten. Diesen Luxus erkauft man sich allerdings mit deutlicher Seitenneigung in Kurven, sportliche Fahrweise wird von den Magennerven umgehend mit einem leicht flauen Gefühl quittiert. Auch die Lenkung ist eher gemütlich als verbindlich. Dynamiker werden Schwestermodelle im PSA-Konzern finden, die ihnen eher entsprechen.
Doch wer auf der Suche nach maximalem Komfort ist, wird im Citroën ë-C4 absolut fündig. Je nach Ausstattung sind „Advanced Komfort Sitze“ eingebaut, die ihrem Namen Ehre machen. Auch das Geräuschniveau ist extrem niedrig, das Sirren des Elektromotors nahezu unhörbar weggedämmt. Verwöhnt wird auch das Auge, das auf frisches Innenraumdesign und zum großen Teil ansprechende Materialien blickt, die sich zudem angenehm angreifen. Die Zwei-Zonen-Klimaautomatik sorgt samt Sitz- und Lenkradheizung für Wohlfühlklima.
Das Platzangebot ist opulent, sogar groß Gewachsene fühlen sich wohl. In den Kofferraum passen 380 bis 1250 Liter Gepäck (gilt auch für die Verbrenner-Versionen).
Der Innenraum ist nicht nur optisch frisch, sondern auch praktisch. Insgesamt verteilen sich 16 Ablagen mit einem Gesamtvolumen von 39 Liter. Besonders hervorzuheben ist neben dem geräumigen Handschuhfach die spezielle Schublade mit integrierter Halterung für ein eigenes Tablet, das dem Beifahrer die Fahrt versüßen kann.
Genug Leistung, genug Reichweite?
Der Elektromotor leistet 100 kW/136 PS und liefert aus dem Stand 260 Nm Drehmoment. Damit beschleunigt der 1,6-Tonner in 9,7 Sekunden auf Tempo 100 und rennt maximal abgeregelte 150 km/h. Das fühlt sich kraftvoll an, ohne zu sportlicher Fahrweise zu verleiten. Nimmt man den Fuß vom Fahrpedal, wird je nach eingestelltem Modus mehr oder weniger stark rekuperiert und dadurch gebremst. Diese Bremswirkung setzt allerdings leicht verzögert ein, was nicht dem von einem Auto gewohnten Verhalten entspricht und dadurch irritiert oder sogar nerven kann.
Als WLTP-Reichweite gibt Citroen 350 Kilometer an. Die Batterie fasst 50 Kilowattstunden und lässt sich im besten Fall (an einer 100-kW-Ladesäule) in einer halben Stunde zu 80 Prozent aufladen. Zu Hause dauert eine Vollladung 24 Stunden an einer normalen Haushaltssteckdose bzw. 15 Stunden an einer verstärkten. An einer Wallbox mit 32 A Wechselstrom wird die Batterie in ca. sieben Stunden (serienmäßiges Ladekabel) einphasig mit 7,4 kW oder in ca. fünf Stunden (optionales Ladekabel) dreiphasig mit 11 kW vollständig aufgeladen.
Ausstattung: Sehr viel ist möglich
Der Citroën C4 ist schon in der Basis sehr gut ausgestattet. Immer an Bord sind beispielsweise die Advanced Komfort Federung, Infotainment mit 10-Zoll-Touchscreen inkl. Mirror Screen (samt Android Auto und Apple CarPlay) und DAB-Radio, elektrische Fensterheber rundum, Klimaanlage oder auch ein Assistenzpaket, das u.a. Tempomat, aktiven Spurhalteassistent und Autonotbremse umfasst.
Da es den ë-C4 nicht mit der Einstiegsausstattung Pure gibt, muss man auch noch Schmankerl wie Parksensoren, Plexiglas-Head-up-Display, Zweizonenklimaautomatik, Rückfahrkamera, Komfortsitze oder 18-Zoll-Alufelgen als Basisausstattung nennen. Dafür sind dann mindestens 35.950 Euro zu bezahlen (Basismodell mit 100-PS-Benzinmotor ab 20.600 Euro).
Zum Händler kommt der Citroën C4 erst Ende Jänner/Anfang Februar 2021, bestellbar ist er aber bereits, wahlweise als Verbrenner (Benziner mit 100/130/155 PS, Diesel mit 110/130 PS) oder als „geladenes Schwebeteilchen“ namens Citroën ë-C4.
Warum?
Extrem komfortabel
Kreativ im Detail
Warum nicht?
Das weiche Fahrwerk muss man mögen.
Oder vielleicht ...
... Peugeot e-2008, VW ID.3, Opel Mokka E, Hyundai Kona Electric, Kia E-Soul
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