Tausende protestierten

Rapper verhaftet: Demo-Chaos in Katalonien

Ausland
17.02.2021 08:22

Nachdem der Rapper Pablo Hasél aus Katalonien am Dienstag verhaftet worden war, ist ein Chaos in mehreren spanischen Städten ausgebrochen. Tausende protestierten auf der Straße, dabei kam es auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Situation eskalierte in Barcelona, Valencia, Palma de Mallorca und Girona. Der 32-jährige Musiker war wegen Majestätsbeleidigung und Verbalattacken gegen die Exekutive zu neun Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Unfassbare Szenen spielten sich bei dem Protest beispielsweise in der katalanischen Hauptstadt Barcelona ab. Die Metropole glich einem Kriegsschauplatz: Etwa 2000 Müllcontainer wurden in Brand gesteckt. 1700 Menschen gingen während des Protests auf die Straße. Die Demonstranten errichteten Straßenbarrieren und attackierten die Polizisten mit Steinen, Flaschen und Böllern. Ähnliche Szenen spielten sich in anderen Städten ab.

Polizisten als „beschissene Söldner" bezeichnet
Anlass des Protests war die Verhaftung von Pablo Rivadulla Duró, der als Künstler unter dem Nachnamen Hasél bekannt ist. Dieser war auf Twitter auf die Monarchie und Polizei losgegangen. Letztgenannte bezeichnete er als „beschissene Söldner“ und hatte sie beschuldigt, für die Tötung von Demonstranten und Migranten verantwortlich zu sein.

Er weigerte sich nach seiner Verurteilung zu neun Monaten Haft, sich selbst zu stellen, und verschanzte sich mit zahlreichen Unterstützern in einem Universitätsgebäude. Auch für Dutzende Studenten klickten bei der Festnahme des Rappers die Handschellen.

Schon vor dieser Eskalation am Dienstag gab es Widerstand gegen das Vorgehen gegen den Rapper. In einer Petition von 200 Künstlern, unter ihnen der bekannte Regisseur Pedro Almodóvar und Hollywood-Star Javier Bardem, wurde seine Freilassung gefordert. In Madrid und Barcelona gab es in den vergangenen Wochen bereits mehrere Demonstrationen gegen das harte juristische Vorgehen.

Strafrechtsreform angekündigt
Spaniens Regierung kündigte an, das Strafrecht reformieren zu wollen - „verbale Exzesse im Rahmen künstlerischer, kultureller oder intellektueller“ Aktionen wären dann nicht mehr strafbar. Vize-Regierungschefin Carmen Calvo erklärte, bei der Freiheit der Meinungsäußerung müsse es „in einer reifen Demokratie wie unserer einen Spielraum für Verständnis und Toleranz geben“. Für den Rapper Hasél kommt diese angekündigte Reform zu spät - Calvo wollte auch nichts zu seiner Verhaftung sagen.

Quellen: APA/AFP

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