„Innovationshemmend“

EU will WhatsApp nicht zu Kompatibilität zwingen

Digital
11.03.2021 13:44

Ein Foto mit WhatsApp an einen Signal-User schicken? Mit einer Pflicht zur Interoperabilität für Smartphone-Messenger, wie sie das EU-Parlament fordert, wäre das möglich. Die EU-Kommission steigt allerdings auf die Bremse. Sie befürchtet, die Maßnahme könnte Innovation hemmen und Messenger so arm an Features machen wie die SMS.

Die Bedenken äußerte die stellvertretende EU-Kommissionspräsidentin Margrethe Vestager im Gespräch mit dem „Handelsblatt“. Zur gesetzlich verpflichtenden Kompatibilität für Messenger sagt sie: „Im EU-Parlament wird das gefordert, aber wir haben uns dem noch nicht angeschlossen.“ Man befürchte, strikte Regeln könnten Innovation ersticken.

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Denken Sie an die SMS. Die gibt es schon sehr lange und sie hat sich kaum weiterentwickelt.

Margrethe Vestager, Vizepräsidentin der EU-Kommission

Vestager: „Denken Sie an die SMS. Die gibt es schon sehr lange und sie hat sich kaum weiterentwickelt. Wenn wir jetzt vorschreiben, dass alle Messenger kompatibel sein müssen, könnte das dazu führen, dass wir eine Art SMS zurückkriegen.“

Kommission für mehr Wettbewerb, aber keine Kompatibilitätspflicht
In der EU-Kommission diskutiere man daher einen anderen Ansatz. Man wolle etwa vorschreiben, dass auf einem Handy mehrere App Stores installiert werden können, gehe aber nicht so weit, zu verlangen, dass diese auch kompatibel sein müssen. Bei Messenger-Apps dürfte man eine ähnliche Vorgehensweise ins Auge fassen.

Für die Interoperabilität von Messengern, die plattformübergreifenden Versand von Nachrichten möglich machen würde, setzt sich im EU-Parlament unter anderem der Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz ein. Auch das deutsche Bundeskartellamt sieht sich den Markt für Messenger-Apps mit Blick auf deren Kompatibilität derzeit genauer an, berichtet Netzpolitik.org. WhatsApp war in den letzten Monaten in die Kritik geraten, weil eine AGB-Änderung außerhalb der EU verstärkten Datenaustausch mit Konzernmutter Facebook vorsieht.

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