Seit Sisis Amtsantritt
Ägypten: 1882 illegal gebaute Kirchen genehmigt
Seit dem Amtsantritt von Präsident Abdel Fattah al-Sisi ist in den vergangenen Jahren ein wesentlich freundlicherer Kurs gegenüber den Christen in Ägypten eingeschlagen worden. Dies spiegelt sich nicht zuletzt auch in der Zahl jener Kirchen, die mittlerweile legalisiert worden sind. Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2016 sind bereits 1882 ohne staatliche Erlaubnis errichtete christliche Gotteshäuser nachträglich genehmigt.
Nach Angaben des koptisch-ägyptischen Nachrichtenportals „Watani“ haben die Kirchen in Ägypten Legalisierungsanträge für insgesamt 3730 Bauten gestellt. Voraussetzungen für eine nachträgliche Genehmigung sind demnach die Erfüllung von Zivilschutzordnungen, bauliche Stabilität und die Zahlung entsprechender Gebühren.
Hintergrund ist ein im August 2016 verabschiedetes Gesetz zum Bau und der Renovierung von Kirchenbauten. Es soll in Verbindung mit Artikel 64 der ägyptischen Verfassung zur Religions- und Kultfreiheit für Anhänger der drei abrahamitischen Religionen Christen den Erhalt von Baugenehmigungen für Gotteshäuser erleichtern. Vor Inkrafttreten des Gesetzes hatten Ägyptens Christen über quasi aussichtslose Genehmigungsverfahren für den Bau oder die Instandsetzung von Kirchen geklagt. Zahlreiche Kirchbauten entstanden daher ohne die nötigen Genehmigungen.
Zwischen zehn und 14 Prozent der Ägypter sind Christen
Schätzungen zufolge stellen Christen zwischen zehn und 14 Prozent der rund 101 Millionen Einwohner Ägyptens. Der Großteil von ihnen gehört der koptisch-orthodoxen Kirche an, die ihre Anfänge auf den Evangelisten Markus zurückführt. Angaben über Mitgliederzahlen der altorientalischen Kirche schwanken zwischen acht und zwölf Millionen.
Quelle: APA
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