Michael Walchhofer galt lange Zeit als der sichere Nachfolger von Peter Schröcksnadel als Präsident des ÖSV. Doch dann kam doch alles anders. Der ehemalige Abfahrer hat nach dem Scheitern sogar den Ski-Verband komplett verlassen. Nun spricht er im Interview darüber.
Frage: Stimmt es so, dass Sie nun nicht mehr für das Amt des ÖSV-Vizepräsidenten zur Verfügung stehen?
Walchhofer. „Das stimmt so. Aber mir geht es gut, mir ist es immer gut gegangen. Es ist kein Mitleid angebracht.“ (schmunzelt)
Dabei waren Sie lange Kandidat und sogar Favorit auf die Nachfolge von Peter Schröcksnadel als ÖSV-Präsident gewesen. Er hat Sie aber klar abgelehnt. Ist das ein Grund für Ihren Schritt jetzt?
„Sagen wir so. Seine Vorgangsweise war für mich nicht nachvollziehbar, eher enttäuschend. Es war ja insgesamt nichts Kompliziertes. Ich habe von Anfang an Klartext geredet. Aber wie er dann vorgegangen ist, das war alles andere als in Ordnung.“
Sie haben immer gesagt, dass Sie den ÖSV auch wirtschaftlich souverän führen wollen. War das eventuell das Problem?
„Es war mir wichtig gleich klar zu machen, was ich mir vorstelle. Nur unter diesen Bedingungen war es für mich sinnvoll, Präsident sein. Wenn das nicht gewünscht ist, ist das aber kein Problem. Dann soll es wer anderer machen. Ich war nie deprimiert deswegen. Ich wollte ja nicht mit aller Gewalt ÖSV-Präsident werden. Aber wenn, dann nach meinen Vorstellungen und nicht jenen von Schröcksnadel.“
Haben Sie eine Vermutung, warum er so gegen Sie eingestellt war?
„Natürlich habe ich dazu meine Vermutungen und Überlegungen bzw. weiß ich, warum er so vorgegangen ist.“
Skifahren ist Ihr Leben, Sie sind nach wie vor OK-Präsident der Weltcuprennen in Altenmarkt-Zauchensee. Welche Gefühle begleiten Sie jetzt?
„Ich bin wie gesagt nie frustriert gewesen. Das bin ich auch aktuell nicht. Noch bin ich Vizepräsident und damit am Freitag bei der Präsidentenkonferenz dabei. Dann halt nicht mehr. Aber da ist in keinster Weise böses Blut oder Groll gegen den Verband. Ich habe mit den Landesverbandspräsidenten und den ÖSV-Mitarbeitern sogar ein sehr, sehr gutes Verhältnis nach wie vor. Nur mit Schröcksnadel hatte ich zuletzt eben keinen Kontakt mehr. Aber er ist ja wie gesagt nicht der ÖSV, das muss man unterscheiden. Ich werde den Skiverband, wenn es gewünscht ist, weiter gerne unterstützen.“
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