"Als ich Krankenbesuche bei meiner Schwester und einer Freundin im SMZ Ost machte, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen: In den Zimmern der beiden waren auch Männer untergebracht." Es handelte sich um die Stationen 65 und 66 der 1. Medizinischen Abteilung mit Pulmologie- und Kardiologie-Patienten. In einem Raum befanden sich vier Frauen und zwei Männer, im anderen zwei Frauen und ein Mann.
Die Besucherin konnte dies kaum fassen und zeigte sich noch im Nachhinein geschockt: "Der eine Mann lag da sogar halb nackt im Bett. Er war verletzt und wahrscheinlich betrunken eingeliefert worden." Auch die hygienischen Zustände in diesen beiden Abteilungen spotteten jeder Beschreibung: "Frauen und Männer mussten dieselbe Toilette und denselben Waschraum benutzen. Da passierte es dann, dass ein Mann vergaß, die WC-Türe abzusperren."
"Keine gemeinsame Unterbringung von Frauen und Männern"
Susanne Drapalik vom Krankenanstaltenverbund (KAV), die von der "Krone" mit der Situation im SMZ Ost konfrontiert wurde, kann sich Krankenzimmer für Frauen und Männer nicht vorstellen: "So etwas kommt bei uns nur in den Aufwachräumen der Intensivstationen vor, damit man alle Patienten rasch überblicken kann, in den Schockräumen, wo alles schnell gehen muss, und in Räumen, wo Herzinfarktpatienten eingeliefert werden, bei denen Sekunden über Leben und Tod entscheiden können. Aber in den anderen Zimmern der Spitäler gibt es keine gemeinsame Unterbringung von Frauen und Männern."
Bezirksrat Hans Jörg Schimanek forderte ein sofortiges Ende der gemeinsamen Unterbringung von Frauen und Männern im Spital und fragte: "Wo bleibt hier die Würde des Menschen?"
von Erich Vorrath, Kronen Zeitung
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