Die Wienerin Erika Morini war bereits in jungen Jahren ein Wunderkind an der Violine. Als sie 1995 in New York im Sterbebett lag, wurde ihre Stradivari-Geige im Millionenwert gestohlen. Bis heute fehlt jede Spur.
Der wahre Wert des so besonderen Instruments ist nicht bekannt. Die eine Schätzung lautet drei Millionen Dollar, die andere acht Millionen. Gespielt wurde die Stradivari „Davidoff“ jedenfalls von keiner Geringeren als Erika Morini. Die 1904 in eine jüdische Wiener Familie geborene Erika zeigte schon früh in der Musikschule ihrer Eltern, dass sie deren musisches Talent geerbt hatte. Sie lernte an der Wiener Musikakademie, spielte sogar für Kaiser Franz Joseph. Neben Auftritten mit den Berliner Philharmonikern trat sie auch in der berühmten New Yorker Carnegie Hall auf.
Ihre Liebe zu New York sollte Bestand haben, mit ihrem Mann emigrierte sie vor dem Zweiten Weltkrieg in die USA. Große Konzerte bestritt Morini meist mit ihrer Stradivari, die ihr Vater 1924 für 10.000 Dollar in Paris erstanden haben dürfte.
Verschlossener Schrank gibt bis heute Rätsel auf
Mit dem Wert der Geige stieg auch die Zahl der Neider. Als die 91-Jährige 1995 in einem Spital im Sterben lag, wurde die Geige aus ihrer Wohnung gestohlen. Bis heute bleibt der Fall mysteriös. Denn Morini – der man bis zu ihrem Tod nichts von dem Diebstahl verriet – hatte das Instrument nach ihrem letzten Konzert 20 Jahre zuvor in einen Schrank gesperrt. Die Stradivari war weg, das Schloss aber intakt. Seither ermittelt das FBI.
Während die Millionen-Geige wohl im Besitz eines Sammlers ist, lässt man nun ein Millionenpublikum (vorerst nur in den USA) an dem Rätsel teilhaben. Für die Doku „Stolen“ sprach man mit Zeugen und Hinterbliebenen. Das FBI hofft indes immer noch, die Stradivari irgendwann doch zu finden.
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