In der Kunstwelt

„Frauen müssen noch viele Hindernisse überwinden“

Oberösterreich
06.03.2022 16:00
Gerade österreichische Künstlerinnen waren von den 60er-Jahren an feministische Wegbereiterinnen. Trotzdem werden Frauen in der Kunstwelt auch heute noch benachteiligt und müssen „viele Hindernisse überwinden“, so eine Linzer Künstlerin.

„Es gibt so ein veraltetes Bild von der Kunstwelt – als Künstlerin oder Künstler musst du quasi mit deiner Kunst verheiratet sein, es darf nichts anderes geben“, weiß die Linzer Künstlerin und Feministin Elisa Andessner. Sie berichtet: „Sobald eine Künstlerin dann ein Kind hat, wird sie nicht mehr zu Ausstellungen eingeladen, bekommt keine Künstlergastaufenthalte. Ich habe mich sogar selbst dabei erwischt, genauso zu denken, als ich eine Ausstellung kuratiert habe. Das festgefahrene Bild ist: ,Die hat dafür jetzt keine Zeit mehr.‘“

Frauen sind selten an der Spitze
Andessner ist selbst kürzlich Mutter geworden, will es anders machen: „Ich werde bald einen Künstlergastaufenthalt absolvieren, für meinen Partner ist es selbstverständlich, sich mit mir die Kinderbetreuung aufzuteilen. Aber diese Programme sind familienunfreundlich.“ Auch wenn es um Posten geht, hätten Männer weiter die Nase vorn: „Frauen sind immer Schriftführerinnen, selten an der Spitze. Aber durch Netzwerken können wir uns gegenseitig fördern“, so die Linzerin, die sich für „Pirate Women*“ mit Rollenbildern beschäftigt – und dabei merkte, dass es in der Geschichte immer auch Piratinnen gab.

Vorreiterinnen aus Österreich
In den letzten Jahrzehnten hat sich freilich trotzdem einiges verbessert. Österreichische Künstlerinnen wie Valie Export, Margot Pilz, Renate Bertlmann oder Birgit Jürgenssen haben in den 60er- und 70er-Jahren mit feministischer Kunst und Performances den Weg für junge Künstlerinnen von heute geebnet. Andessner: „Sie hatten es noch viel schwerer als wir heute, haben sich aber nicht beirren lassen und machten einfach weiter.“ International prägte vor allem die Mexikanerin Frida Kahlo auch posthum noch das Bild von Künstlerinnen, die sich nicht an Konventionen halten und ihre eigene Handschrift finden

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