Der später in der Hofburg gefeierte Hauptredner des "Vienna Energy Forums 2011" nutzte den Kurztrip nach Österreich auch, um seine Freundesrunde um sich zu versammeln. Ersatzvater Alfred Gerstl kam mit Frau Heidi ebenso über den Semmering wie Alt-Landeshauptmann Josef Krainer mit Sohn Ferdinand, sein bayerischer Mentor Albert Busek reiste aus München an und der Mäzen des Thaler Schwarzenegger-Museums, Superfund-Boss Christian Baha, "war eh gerade in Wien". Arnold hat's eben gern, wenn er bei großen Momenten von vertrauten Gesichtern umgeben ist.
Dass man eher über die alten Zeiten als über neue Turbulenzen sprach, tat dem von der US-Presse Verfolgten sichtlich gut. Und beim Dinner, gleich nach dem Endlos-Flug aus Los Angeles, war Schwarzenegger auch von Menschen umgeben, für die er ein "Öko-Gott" ist – hochkarätige Umweltschützer, die dem von ihm ins Leben gerufenen "R 20"-Projekt angehören. Mit ihm besprachen sie die Zukunft der Initiative.
Schwarzenegger nach "Power-Workout" in der Warteschleife
"Als wir in Kalifornien erkannt hatten, dass die Mächtigen in Washington hinterm Steuer eingeschlafen sind, haben wir begonnen, für Umweltprobleme aufgeschlossene Regionen in aller Welt um uns zu versammeln. 'R' steht für Regional, und 20 waren es zu Beginn. Jetzt sind es bereits sehr viel mehr." Sehr zu Schwarzeneggers Freude – und die gedachte er am Dienstag auch bis in die Hofburg zu tragen. Dorthin war er am Morgen nach dem üblichen "Power-Workout" im Hotel leicht verspätet aufgebrochen. Mit dabei: Cousine Monika und der heimische Freundes-Clan. Dazu sein Mitarbeiter-Team aus Kalifornien und der private (britische) Leibwächter Toby. Weil man durch die Verspätung einige Redner vorgezogen hatte, musste der Star der UNIDO-Konferenz in die Warteschleife.
Er nutzte die Zeit, um vor allem am deutsch gesprochenen Teil seines Vortrags zu feilen. "Es war schön, wieder einmal in Österreich aufwachen zu dürfen", hieß es da. Und mit einem genüsslichen "Hmmm" zählte er seine rot-weiß-roten Lieblings-Kalorienbomben auf: Kaiserschmarren, Schnitzel, Kernöl. Dann gab's ein dickes Danke an Österreich und seine ehemaligen Mentoren. "Hier hat für mich ja alles begonnen." Auch unseren Medien dankte er für die "stets faire Berichterstattung".
Dann die Rede – beginnend mit einem Lob für das burgenländische Güssing, "die haben es geschafft, Energie-autark zu werden. Das ist echte Freiheit und ein Beispiel für die Welt." Und endete mit dem Versprechen, sich weltweit mit aller Kraft für Umweltschutz und Ausbau erneuerbarer Energie einzusetzen. (Mehr zu Arnies Rede vor dem Energieforum und das Video dazu findest du in der Infobox.)
"Ich habe wie sie den Weg zur Mitte gesucht"
Danach ging es im dichten Wiener Zeitplan zu Bundespräsident Heinz Fischer und Bundeskanzler Werner Faymann, der Smalltalk geschah unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt stand Arnold, der (Ex-)Politiker. Der Abschied vom Gouverneursamt ist ihm ja bekanntlich recht schwer gefallen. Im Gespräch mit Österreichs Polit-Größen war er wieder der "Gouvernator". "Wir sind uns in vielen Punkten einig – ich habe wie sie immer den Weg zur Mitte gesucht: Nur wenn man alle Kräfte bündelt, kann man dem Volk wirklich dienen. Ich habe bei den Gesprächen das Gefühl bekommen, dass das auch hier der Erfolgsweg ist. Und Österreich ist ja – punkto Lebensstandard und -qualität – weltweit ganz vorne."
"Es war ein wunderschöner Tag" für Arnie
Danach ging’s ab in die steirische Heimat. Zum nächsten Gefühlsbad. In Weiz besuchte er das Grab seiner Eltern, in Thal erwartete ihn eine Schar von Kindheitsfreunden und einstigen sportlichen Weggefährten. Der Karl Kainrath war da, der Kurtl Marnul – älter geworden, aber noch immer stattliche Kraft-Herren. Auch die damaligen Nachbarsbuben begrüßten ihn – der Hörmann Franzl und der Krainer Heinzi. Nicht alt, aber älter. Und mit Tony Breznik war die neue "steirische Eiche" gekommen – der Weißkirchner wandelt zurzeit in Los Angeles auf Arnies Spuren. Zur Begrüßung für den "Großen Sohn" wurde auf der steirischen Quetsch'n "Steirermen san very good" gespielt.
Gemeinsam mit Museums-Erfinder Peter Urdl und Mäzen Christian Baha wandelte Arnie dann durch sein Museum – eigentlich ging's darum, den letzten Schliff vor dem Aufsperren zu finden. Spätestens als Arnold vor jenem Stahlrohrbett stand, in dem er als Bub seine großen Träume geträumt hatte, wurde der Heimatbesuch für ihn aber zu einem berührenden. "Das Haus ist meine Jugend, Thal ist meine Heimat – das ist mir hier sehr intensiv zu Bewusstsein gekommen", sagte er am Ende der Tour fast ergriffen. Und: "Es war ein wunderschöner Tag."
Danach gab es für einige Fans vor dem Museum noch Autogramme, bevor Schwarzenegger im Hotel eines Bekannten in Graz noch mit seinen Freunden essen ging und anschließend zum Flughafen Graz-Thalerhof fuhr, wo er mit seinem Privatjet abhob. Überraschend legte Arnie dann noch in Salzburg einen Zwischenstopp ein. Selbst für den Salzburger Flughafen kam Schwarzeneggers Besuch völlig unerwartet: "Uns wurde erst eine Stunde davor avisiert, dass er vielleicht kommt, definitiv bestätigt wurde es 40 Minuten vor der Landung", schilderte Airport-Sprecher Alexander Klaus.
Kurz von 20.30 Uhr war Schwarzenegger da. Dem Privatjet des Typs "Gulfstream V" entstiegen neben dem Schauspieler noch fünf amerikanische Freunde. Den Abend verbrachte Arnie dann mit einem Bummel durch die Getreidegasse und einem Dinner im "Goldenen Hirschen", wo er auch übernachtete. Am Mittwochmorgen schwang er sich noch auf einen Drahtesel und genoss sichtlich das sommerliche Wetter bei einer Radtour entlang der Salzach.
Im September will Schwarzenegger zur Eröffnungsfeier seines Museums das nächste Mal nach Österreich kommen.
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