Sony bietet seit kurzem die fünfte Generation seines gefeierten aktiven Noise-Cancelling-Kopfhörers WH1000X in Österreich an: Der Edel-Kopfhörer WH1000XM5 verspricht Geräuschunterdrückung auf höchstem Niveau und soll dank neuer 30-Millimeter-Treiber auch beim Sound den bereits exzellenten Vorgänger übertrumpfen. Wir haben probegehört.
Kopfhörer mit sogenanntem „Active Noise Cancelling“ (ANC) gibt es viele, aber bei der Qualität der Geräuschunterdrückung sticht Sonys WH1000-Reihe schon länger aus der Masse hervor. Die neue WH1000XM5-Generation dringt dabei in neue Frequenzbereiche vor und entfernt nicht nur niederfrequente Störgeräusche wie Straßen- oder Fahrzeuglärm mittels akustischem Löschsignal aus der dargebotenen Musik. Sie filtert mittlerweile auch höhere Frequenzen - von Tastaturgeklapper über Fernseher bis hin zu plaudernden Mitmenschen - erstaunlich zuverlässig heraus.
Tauglich für Home-Office und Großraumbüro
Geräuschunterdrückende ANC-Kopfhörer sind ohnehin vor allem fürs Reisen gemacht, mag da mancher einwerfen. Im Zeitalter der Großraumbüros und Heimarbeit am Küchentisch kann man das aber durchaus anders sehen. Zumal die WH1000XM5, für die Geräuschunterdrückung ohnehin mit acht Mikros gespickt, als Headset für die tägliche Arbeit auch eine sehr gute Sprachqualität - besser als beim Vorgänger - für das Telefonieren oder Videokonferenzen bieten. Bei intensiver täglicher Nutzung lässt sich wohl auch der hohe Preis von rund 400 Euro eher verschmerzen.
Detaillierter im Bass
Obwohl Sony im WH1000XM5 etwas kleinere Treiber (Frequenzbereich: 40 Hertz bis 40 Kilohertz) als im Vorgänger verbaut, hat sich der Sound weiterentwickelt. Das Klangbild ist - wie beim Vorgänger - klar und ausgewogen. Noch besser gefällt uns der fein ausdifferenzierte, druckvolle Bass der fünften Generation. Das runde Klangbild macht den WH1000XM5 zum Universalkopfhörer, auf dem viele Musikrichtungen gut klingen.
App mit vielen Einstellmöglichkeiten
Zum Feintuning per Equalizer gibt es eine Begleit-App, in der auch andere Funktionen wie die Geräuschunterdrückung oder der standardmäßig für unseren Geschmack etwas überempfindliche Gesprächsmodus, der Außengeräusche automatisch durchlässt, sobald ein vermeintliches Gespräch (oder ein Räuspern) erkannt wird, geregelt werden. Die App bietet auch eine Funktion für adaptive Geräuschunterdrückung - dabei wird diese je nach Standort hoch- oder heruntergeregelt. Für schnelle Steuerbefehle im Smart-Home oder kleine Suchanfragen werden die gängigsten Smartphone-Sprachassistenten unterstützt - Amazon Alexa, Google Assistant, Apple Siri.
Zuverlässiges Bedienkonzept
Die Bedienung erfolgt über zwei Tasten am Kopfhörer - eine Power-Taste, die auch den Bluetooth-Pairing-Modus aktiviert, sowie eine Noise-Cancelling-Taste, mit der die ANC-Funktion an- oder abgeschaltet oder der durchlässige Modus aktiviert wird. Die Musikwiedergabe und Lautstärke kann man wahlweise direkt am Zuspielgerät oder über die Touch-sensitive rechte Ohrmuschel regeln - durch ihre große Fläche funktioniert das zuverlässiger als bei manch kleinem In-Ear-Stöpsel.
Stabile Verbindung, ausdauernder Akku
Zuverlässig arbeitet auch die Bluetooth-5.2-Verbindung, die Musik wahlweise im AAC- oder im hochauflösenden LDAC-Format an den Kopfhörer schickt: Sie bleibt auch stabil, wenn man sich einige Meter vom Zuspielgerät wegbewegt. Die Akkulaufzeit entsprach im Test der Herstellerangabe: ohne Geräuschunterdrückung rund 30, mit 40 Stunden. Wie viel Saft noch im WH1000XM5 steckt, erfährt man wahlweise akustisch durch kurzes Betätigen der Power-Taste oder durch einen Blick aufs Smartphone, wo der Akkustand - wir hatten ein Android-Gerät verbunden - ersichtlich ist.
Schnelles Laden, kein Flugzeugadapter
Geht der Strom einmal aus, bleibt die Möglichkeit, den 250 Gramm schweren WH1000XM5 mittels mitgeliefertem Klinkenkabel anzusteuern. Aufgeladen wird über USB-C - und zwar sehr flott. Komplett leer, genügen ein paar Minuten Ladedauer für ein paar Stunden Musikwiedergabe. Ein vollständiger Ladevorgang wird in weniger als vier Stunden abgeschlossen. Relevant für Flugreisende: Ein Klinken-Doppeladapter für Bord-Entertainmentsysteme im Flieger wird im Gegensatz zu früheren Versionen nicht mehr mitgeliefert, ein USB-C-Ladekabel hingegen schon.
Nicht mehr zusammenklappbar
Im Lieferumfang befindet sich auch ein überarbeitetes Transport-Etui, das den im Gegensatz zu früheren Modellen nicht mehr zusammenklappbaren Kopfhörer unterwegs schützt. Das neue Etui ist zwar, wenn der Kopfhörer nicht drin ist, eingeschränkt zusammenquetschbar. Dafür hatte das alte - siehe Vergleichsfoto - aber einen generell kompakteren Fußabdruck, womit sich bei der Rucksackauslastung kaum ein Unterschied feststellen lässt.
Hoher Tragekomfort
Tragekomfort und Verarbeitung spielen auf hohem Niveau: Die - ebenso wie der Bügel - mit weichem Kunstleder gepolsterten Ohrmuscheln sind etwas größer als beim Vorgänger geraten, wodurch nun auch größere Lauscher komfortabel Platz finden. Auch die Bügel sind etwas weicher gepolstert als bei früheren WH1000X-Modellen - mit der Folge, dass der aus solidem mattem Kunststoff gefertigte Kopfhörer auch bei mehrstündiger Nutzung nicht drückt oder stört.
Fazit: Sony hat beim WH1000XM5 sowohl bei der Geräuschunterdrückung als auch beim Klang noch eines auf den bereits exzellenten Vorgänger draufgesetzt. Die Geräuschunterdrückung, auch vorher schon branchenführend, ist bei Alltagslärm noch effektiver. Der Sound gefällt mit einer besseren Bassdarstellung. Der WH1000XM5 sitzt komfortabel, ist ausdauernd und bei leerem Akku schnell wieder einsatzbereit. Im Gegensatz zum Vorgänger ist er aber nicht mehr zusammenklappbar, auch der gesalzene Preis könnte manchen Interessenten abschrecken.
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