Wie bekannt wurde, ist Grete Schurz, langjährige Frauenbeauftragte und Ehrenringträgerin der Stadt Graz verstorben. Als Vorreitern der Gleichbehandlung ging sie in die Geschichtsbücher ein.
Grete Schurz war Mitbegründerin des Grazer Frauenhauses, engagierte sich stets unparteiisch auf allen gesellschaftlichen Ebenen für die Rechte von Frauen und versuchte auch immer wieder deren Leistungen an die Öffentlichkeit zu tragen.
1934 in Graz geboren
Am 29. April 1934 wurde Grete Schurz in Graz geboren. Nach der Matura war sie Redaktionsaspirantin bei der Süd-Ost-Tagespost in Graz, bevor sie heiratete, Hausfrau wurde und zwei Söhne großzog. Im Alter von 40 Jahren begann sie nochmal von neuem, studierte Psychologie und Soziologie, gab ein „Lesebuch zum Destruktiven Gehorsam“ heraus und nahm ihre journalistische Tätigkeit wieder auf. Von der Urania wurde sie eingeladen, Vorträge zum Thema „Emanzipation konkret“ abzuhalten.
Erste Frauenbeauftragte Österreichs
Gemeinsam mit anderen Frauen initiierte sie das Grazer Frauenhaus, in dessen Vorstand sie bis 1986 tätig war. In diesem Jahr wurde ihr vom damaligen Grazer Bürgermeister Alfred Stingl angeboten, parteilose Frauenbeauftragte der Stadt zu werden. Für zwei Jahre nahm sie die Position vorerst an und wurde somit zur ersten Frauenbeauftragten Österreichs.
Frauenrat gegründet
Sie engagierte sich dafür, typische Männerberufe für Frauen zugänglich zu machen und typische Frauenberufe aufzuwerten. Bei den Grazer Verkehrsbetrieben setzte sie die Familienermäßigungen und die Gratisbeförderung von Kinderwägen durch. Sie engagierte sich für eine bevorzugte Vergabe von Gemeindewohnungen an alleinerziehende Mütter. Sie machte sich für ein Ruhegeld für Pflegemütter stark, das letztlich landesweit eingeführt wurde und auch anderen Bundesländern als Vorbild galt. Zudem gründete sie den heute noch bestehenden Frauenrat, der rund 50 Frauengruppen und -organisationen umfasst und alle zwei Monate tagt.
Weiters war sie Mitherausgeberin der Grazer Kulturzeitschrift Eva & Co, in der sie gemeinsam mit der Grazer Fraueninitiative über feministisch orientierte Bildungs- und Kulturangebote berichtete.
Für Leistungen gewürdigt
„Grete Schurz hat vieles angestoßen und umgesetzt, was wir heute in Graz als Selbstverständlichkeit betrachten. Wir haben ihr sehr viel zu verdanken und werden nicht vergessen, was sie für die ganze Stadt, aber besonders für die Grazerinnen, erreicht hat“. so Bürgermeisterin Elke Kahr.
In Würdigung ihrer Leistungen bekam sie 1984 den Josef-Krainer-Preis und im Jahr 1994 das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark verliehen. 1995 wurde sie zur Bürgerin der Stadt Graz ernannt. Seit 2010 war sie Trägerin des Ehrenrings der Landeshauptstadt Graz, die ihr immer ein ehrendes Andenken bewahren wird.
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