Im gefährlichen Absturzgelände südlich der Reither Spitze in Tirol steckten am Sonntag zwei verirrte Tourengeher fest. Quasi in letzter Minute wurden sie von der Libelle Tirol und der Bergrettung Seefeld geborgen.
Die beiden erfahrenen Einheimischen hatten vor, von Seefeld zum Härmelekopf aufzusteigen und dann östlich der Reither Spitze durch eine Rinne Richtung Eppzirler Alm abzufahren. Freilich - im Bereich Reither Spitze dürften sie im Nebel die Orientierung verloren haben. Die Konsequenz: Sie fuhren in der falschen Rinne Richtung Süden, ehe sie in steilem, von gefrorenen Wasserfällen durchzogenem Absturzgelände festsaßen. Am späten Nachmittag schlugen sie schließlich Alarm.
Die Zeit drängte massiv
„Wir wurden gegen 15.30 Uhr von der Leitstelle Tirol verständigt“, sagt Andreas Wanner, Ortsstellenleiter der Bergrettung Seefeld. Durch Zufall waren an dem Tag drei Seefelder Bergretter privat selbst in dem Gebiet unterwegs und bereits wieder sicher im Tal.
„Einer davon, Lukas Wimmer, hat mich kontaktiert. Er befürchtete, dass eine terrestrische Bergung äußerst schwierig wäre“, erzählt Einsatzleiter Wanner. Die Zeit drängte, zumal die Verstiegenen bereits stark durchnässt waren und die nahende Dunkelheit eine Bergung mit dem Hubschrauber von Minute zu Minute schwieriger machte.
Erkundungsflug mit Bergrettern
Die drei Seefelder Bergretter, die an dem Tag bereits in dem Gebiet unterwegs waren, starteten daraufhin mit dem Polizeihubschrauber Libelle Tirol zu einem Erkundungsflug. Dabei haben sie das Tourengeherduo am unteren Rand einer Nebelbank in ungefähr 1500 Meter Höhe entdeckt.
Die Beiden haben rund eine Stunde mit dem Notruf gezögert. In solchen Situationen sollte man so rasch wie möglich Alarm schlagen.
Andreas Wanner, Einsatzleiter Bergrettung Seefeld
Pilot Hans Schlager und der Besatzung der Libelle Tirol gelang es in der Folge, die beiden Alpinisten mittels Tau zu bergen. Er flog die Unverletzten zum Parkplatz der Bergbahnen Rosshütte, von wo sie aufgebrochen waren. Bergretter Wanner zollt der Libelle-Besatzung großen Respekt: „Das war eine bemerkenswerte Leistung.“
Terrestrische Bergung wäre heikel gewesen
Eine terrestrische Bergung in der Nacht wäre ein extrem heikles Unterfangen gewesen. „Wir verfügen über sehr gute Kletterer in der Ortsstelle, die hätten aber ans Limit gehen müssen“, so Wanner.
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