Einst zählte Bastian Kaltenböck zu Salzburgs Toptalenten im Skispringen, heute leitet er ein Weingut: Die ungewöhnliche Geschichte eines 39-Jährigen mit zwei Herzen in der Brust.
Sapporo, Februar 2008. Der Salzburger Bastian Kaltenböck segelt beim Weltcup der Skispringer im fernen Japan auf den 19. Platz und holt damit zum ersten und einzigen Mal Punkte im Konzert der Großen. Rund ein Jahr später beendet der Bischofshofener mit nur 25 Jahren seine Karriere, in der er elf Conticup-Bewerbe für sich entschied und einen kompletten Medaillensatz bei der Universiade gewann.
Im Traum wieder Springer
Gamlitz, Februar 2023. Kaltenböck steht mitten im Leben, das sich für ihn völlig verändert hat. Der Pongauer lebt heute in der Steiermark und leitet das Weingut „Neue Heimat“. Die Liebe zum Sport ist nie erloschen. Kürzlich träumte er vom Skispringen. „Mein Anzug wurde nicht fertig“, lacht Kaltenböck. „Es war echt verrückt!“ Sein Fokus gehört aber inzwischen voll und ganz dem Gut, das er von Vater Uli und einem Freund der Familie übernahm. „In meiner Brust schlagen zwei Herzen“, sagt der 39-Jährige, der nach dem Ende seiner Sportlerkarriere in neuer Rolle aufblüht. „Als Skispringer lebt man sehr asketisch. Auf einmal ging es ums Leben, um Genuss und Weinkultur.“
„In die Region verliebt“
Kaltenböck war sehr empfänglich dafür, eine neue Leidenschaft entstand. Bereut hat er diesen Schritt nie. „Es ist extrem wichtig, dass das Weingut eine Seele hat. Ich habe mich ein bisschen in die Region verliebt.“
In den Pongau kehrt er trotzdem gerne und regelmäßig zurück. Für Skitouren, Familienbesuche oder um alte Weggefährten aus der Springer-Szene zu treffen.
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