Neue Techniken

Klinik-Chef: „Organbank ist keine Utopie mehr“

Tirol
03.03.2023 10:00

Transplantationen sind das Spezialgebiet von Stefan Schneeberger. Nun wurde der Tiroler Mediziner zum Direktor der dafür zuständigen Klinik in Innsbruck berufen. Schneeberger sieht die Chirurgie an einem Wendepunkt und spricht über bisher ungeahnte Möglichkeiten für Organtransplantationen. 

Rund um Leber-Transplantationen hat Stefan Schneeberger mit seinem Team schon Rekorde aufgestellt. Die großen Fußstapfen von Medizin-Pionier Raimund Margreiter hat er erfolgreich ausgefüllt und führt den innovativen Weg an der Klinik Innsbruck fort. Nun wurde Schneeberger – wie Margreiter ein Zillertaler – zum Direktor der Klinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie berufen. Ein Haus, in dem pro Jahr mehr als 21.000 Patienten betreut und 7900 Operationen durchgeführt werden.

Zitat Icon

Was heute mit der Leber schon gut funktioniert, wird bald auch für Niere, Herz oder Lunge möglich sein.

Chirurg Stefan Schneeberger

Neue Technik Maschinenperfusion eröffnet ungeahnte Möglichkeiten
Es tut sich viel im Fachgebiet des 49-Jährigen. Stichwort Maschinenperfusion: Die Technik ist ein Meilenstein in der Organlagerung und -behandlung. Ein Gerät, mit dem Bedingungen fast wie im Körper geschaffen werden und den Medizinern die Möglichkeit verschafft, Organe isoliert zu untersuchen und aufzubereiten. „Was heute mit der Leber schon gut funktioniert, wird bald auch für Niere, Herz oder Lunge möglich sein“, ist Schneeberger überzeugt. Damit sei auch eine Organbank – eine Art Ersatzteillager – keine Utopie mehr.

Organe aus dem 3D-Drucker unrealistisch
In erreichbare Nähe gerückt sei auch die Verwendung von tierischen Organen. Für Schlagzeilen sorgte zuletzt die Transplantation eines Schweineherzens. Aber nicht jede Forschung führt zu Erfolgen. Die Hoffnung auf Organe aus dem 3D-Drucker hat Schneeberger nicht mehr. Zu komplex sei der menschliche Körper. In der Krebstherapie sieht er hingegen noch viele Türen aufgehen: „Wir erleben gerade einen Quantensprung, beispielsweise durch die Immuntherapie.“

Die Forschung galoppiert dahin, im Alltag bremst jedoch Personalnot. Auch an Schneebergers Klinik. Planbare Operationen müssen verschoben werden, damit die Akutversorgung gewährleistet bleibt.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Tirol
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt