Propaganda im Internet

Tiroler IS-Fanatiker (18) zu Haftstrafe verurteilt

Tirol
23.03.2023 07:07

Nach einer spektakulären Verhaftung in Sellrain in Tirol saß nun ein Lehrling (18), der in sozialen Netzwerken im Internet IS-Propagandavideos geteilt und zum Teil sogar Anschlagspläne gewälzt hatte, vor Gericht. Dem jungen Mann drohten bis zu zehn Jahre Haft. Doch er kam relativ mild davon.

Es waren dramatische Szenen, die sich im Juli des Vorjahres bei einem Zugriff der Spezialeinheit Cobra im ansonsten idyllischen Sellrain abgespielt haben. Die Mutter eines türkischstämmigen IS-Fanatikers, der im Internet unter anderem damit gedroht haben soll, Polizisten bei uns den Kopf abzuschneiden, fuhr mit ihrem Auto und dem Sohn am Beifahrersitz zwei Beamte nieder.

Einer wurde dabei schwer, der andere leicht verletzt. Die Frau wollte wohl den mit Sturmgewehren schwer bewaffneten Elite-Polizisten entkommen. Mutter und Sohn konnten überwältigt und festgenommen werden.

Während die Ermittlungen gegen die Mutter noch laufen, musste der 18-Jährige nun am Innsbrucker Landesgericht vor einem Jugendschöffengericht Platz nehmen. Die Verhandlung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

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So etwas ist nicht zu unterschätzen.

Der Richter

Angriffe auf Polizeiinspektionen
Der Lehrling soll nicht nur über diverse soziale Medien wie Telegram und TikTok eindeutig mit der Terrororganisation IS sympathisiert haben, sondern auch Propagandavideos verbreitet haben, in denen ausdrücklich zur Tötung Andersgläubiger aufgerufen wird. Zudem soll der junge Mann, der als Profilbild ein Logo mit der verbotenen IS-Flagge verwendet hatte, Pläne über Angriffe auf Polizeiinspektionen gewälzt haben. Auch von Sprengstoffankäufen sei die Rede gewesen.

 Im Web nach Bewunderung und Zuneigung gelechzt
Der Schöffensenat glaubte zwar nicht, dass der Angeklagte tatsächlich Anschläge verüben wollte, war aber überzeugt, dass er – um Zuneigung und Bewunderung zu bekommen – als Propagandist des IS fungierte. „So etwas ist nicht zu unterschätzen“, betonte der vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung.

Der 18-Jährige wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt – 13 davon wurden bedingt nachgesehen. Der junge Mann nahm das Urteil, das aber noch nicht rechtskräftig ist, sofort an.

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