Von St. Pölten aus besehen, prägte gut situierte Großbürgerlichkeit das Bild von Salzburg. Bis zum vergangenen Sonntag. Dass gerade in der Mozartstadt eine kommunistische Liste einen fulminanten Wahlerfolg landen konnte, überraschte in diesem Ausmaß dann doch. Vor allem, da erst vor drei Monaten die KPÖ bei der Landtagswahl in Niederösterreich nicht einmal in allen Bezirken angetreten war und mit einem Ergebnis von 0,38 Prozent praktisch unter der Wahrnehmbarkeitsgrenze blieb.
Gibt es zwischen Enns und Leitha keine Linken? Dass die Außenränder des Parteienspektrums hier lange Zeit nicht ausgefranst sind, ist Erwin Pröll zu verdanken. In seiner Ära als Landeshauptmann erreichte die politische Mitte in Niederösterreich ihre größte Ausdehnung. Pröll verkörperte stramme Heimatverbundenheit im Trachtenanzug ebenso wie Weltoffenheit, durch die selbst linkslinke Künstlerkreise ihre Liebe zum weiten Land entdeckten.
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