Die neue Intendantin des Carinthischen Sommers heißt Nadja Kayali. Mittwoch wurde die Lektorin, Radiomacherin und Festivalleiterin als Nachfolgerin von Holger Bleck vorgestellt.
Groß ist das mediale Interesse bei der Pressekonferenz in Villach. Doch auch, wenn weder LH und Kulturreferent Peter Kaiser noch CS-Vereinsobmann Klemens Fheodoroff müde werden, „Kärntens wichtigstes Musik- und Kulturfestival“ in den Himmel zu loben. Der Schwund des (Stamm)Publikums, überteuerte Kartenpreise für neue, junge Formate sowie die Abkehr vom CS-Markenzeichen Kirchenoper, haben Blecks Intendanz seit 2016 dissonant begleitet.
Unter 54 Bewerbern durchgesetzt
Mit Nadja Kayali tritt eine souveräne Brückenbauerin ab 2024 als künstlerische Leiterin an die CS-Spitze. Ihr bravouröses Debüt als Festivalmacherin hat sie im Vorjahr für „Imago Dei“ in Krems gegeben und beim Radiosender Ö1 ebenso gewaltet und (mit)gestaltet wie als Co-Kuratorin des Musiksalons sowie Lektorin am Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien. 54 Bewerber, unter ihnen 18 Frauen, haben sich für die CS-Intendanz beworben. Die Jury habe sich einstimmig für die Wienerin mit syrischen Wurzeln entschieden, betont Fheodoroff, auch, weil sie ihre Rolle als Gastgeberin hervorgehoben habe.
Dass Kayali sich sehr freut, die CS-Intendanz zu übernehmen und mit großem Elan an die Sache geht, glaubt man ihr aufs Wort. Dass sie das Festival „aufbauend auf Tradition und Namen in angrenzende Länder ausweiten und mit Kooperationen und Koproduktionen zu einer europäischen Marke“ machen will, wird schwieriger.
Details zum Programm klingen aber gut!
Denn Kayalis CS kommt als Klassikfestival mit Platz für Weltmusik, Jazz, und Zeitgenössischem daher, holt mit mobiler Kinderoper, Kompositionslaboratorium und Ferienkursen junge Menschen an Bord und geht in puncto (privater) Sponsorensuche und Forcierung von Frauenkunst mit gutem Beispiel voran, was der von ihr gestiftete „Preis der Intendantin“ (10.000 €) für ein Auftragswerk von Komponistinnen oder Literatinnen untermauert.
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