Der Bosnier machte unter dem Namen "Nike-Einbrecher" Schlagzeilen, weil die Polizei an sämtlichen Tatorten den Profilabdruck seiner Sportschuhe vorgefunden hatte. Er zeigte sich bei dem Prozess am Mittwoch ebenso geständig wie sein Komplize, ein 32-jährige Bosnier, dem acht Einbrüche angelastet worden waren und der ein Jahr unbedingte Haft ausfasste. "Beide Urteile sind bereits rechtskräftig", sagte die Sprecherin des Landesgerichtes Salzburg, Bettina Maxones-Kurkowski, am Abend.
"Leichteste Möglichkeit, zu Geld zu kommen"
"Für mich war es die leichteste Möglichkeit, zu Geld zu kommen", sagte der 34-jährige 20-mal Vorbestrafte auf die Frage der Vorsitzenden Richterin Daniela Meniuk-Prossinger, warum er keiner ehrlichen Arbeit nachgegangen sei. Dass er einmal gar eine Frau bedroht habe, bestritt der Bosnier: "Auf ihre Frage, was los ist, habe ich sie ins Schlafzimmer begleitet und gesagt, ich bin gleich weg. Ich fragte noch, ob sie Geld oder Gold hat." Ein Messer trug er allerdings bei sich, im Rucksack lagen zudem eine Gaspistole, eine Sturmhaube und Einbruchswerkzeug.
Staatsanwalt Tomas Schützenhofer bezeichnete die 44 vorgeworfenen Taten "als Spitze des Eisberges", weil nur jene Taten angeklagt wurden, "die hieb- und stichfest waren". Der Verteidiger des "Nike-Einbrechers", Patrick Thun-Hohenstein, gab zu bedenken, dass es sich um eine reine Beschaffungskriminalität gehandelt habe: "Der schwer drogensüchtige Mann hat 250 Euro am Tag für seine Sucht ausgegeben. Der Sachschaden bei den Einbrüchen war aber gering. Er hat auch nie Gewalt gegen Personen angewendet." Deshalb glaube er nicht, dass man seinem Mandanten auch das Vergehen des Raubes vorwerfen könne.
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