Deutlicher Anstieg

Gelber Sack: Viel mehr Abfall durch Reform

Niederösterreich
14.05.2023 06:02

Die größte Sortieranlage des Landes verzeichnete Anstieg auf 3000 Tonnen Verpackungsmüll. Dennoch gibt es noch reichlich Luft nach oben.

Noch immer landen Netze, Schwimmflügerl und sogar Skischuhe im Gelben Sack oder der Gelben Tonne. Dennoch sei die Trennmoral bei den Niederösterreichern seit der Umstellung zu Jahresbeginn mittlerweile äußerst hoch, betont Brantner-Geschäftsführer Stefan Tollinger. Das Entsorgungsunternehmen mit Sitz in Krems betreibt in Wölbling im Bezirk St. Pölten die größte Sortieranlage des Landes.

Stefan Tollinger, Anton Kasser und Roman Stachelberger zogen eine erste Bilanz. (Bild: Imre Antal)
Stefan Tollinger, Anton Kasser und Roman Stachelberger zogen eine erste Bilanz.

Anstieg um 22 Prozent
Dort hat die Abfallmenge seit der Vereinheitlichung der Müllsammlung von vormals fünf verschiedenen Systemen auf eines – bis auf Glas und Papier kommen sämtliche Leichtverpackungen in den Gelben Sack – deutlich zugenommen. Alleine im ersten Quartal des heurigen Jahres ist sie um 22 Prozent auf 3000 Tonnen gestiegen. In manchen Bezirken wie Krems hat sie sich sogar verdoppelt. „Die Zahlen zeigen, dass schon allmählich Routine einkehrt. Dennoch gehen wir von einer weiteren Zunahme aus“, bekräftigt Tollinger.

25 statt 50 Prozent
Einiges an Potenzial sieht auch Anton Kasser, Präsident der NÖ Umweltverbände. „Schon vor der Umstellung wurden 63 Prozent aller Wertstoffe im Kreislauf gehalten. Die EU hat für 2030 ein Ziel von 60 Prozent ausgegeben. Das übertreffen wir jetzt schon“, so Kasser. Aber: Aufholbedarf habe man bei der Recyclingquote von Verpackungskunststoffe - da liegt Niederösterreich aktuell zwischen 25 und 26 Prozent. „Die EU sieht eine Steigerung auf 50 Prozent bis zum Jahr 2025 vor“, so der Präsident der Umweltverbände. Es sei daher umso wichtiger, noch sauberer zu trennen und der Wirtschaft sortenreines Material zuzuführen, pflichtet ihm sein Vizepräsident Roman Stachelberger bei.

Zwei Bezirke scheren aus
Ganz einheitlich ist das System in Niederösterreich übrigens aber noch nicht: Der Bezirk Gmünd sammelt erst ab 2025 auch Metalle im Gelben Sack, Neunkirchen setzt weiterhin auf grüne Werkstofftonnen.

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