„Sabotage, Terrorakt“

Moskau: Ukraines Heer sprengte Ammoniak-Pipeline

Ukraine-Krieg
07.06.2023 18:43

Das russische Verteidigungsministerium hat dem ukrainischen Heer vorgeworfen, eine wichtige Ammoniak-Pipeline gesprengt zu haben. Der Vorfall soll sich bereits am Montagabend in der Region Charkiw ereignet haben. Dabei seien mehrere Zivilpersonen verletzt worden.

Eine „ukrainische Sabotage- und Aufklärungsgruppe“ habe die derzeit nicht genutzte Ammoniak-Pipeline Togliatti-Odessa gesprengt, hieß es aus dem russischen Verteidigungsministerium am Mittwoch. Es habe sich um einen „Terrorakt“ gehandelt, bei dem mehrere Zivilpersonen verletzt worden seien. Die ukrainischen Truppen hatten das betroffene Dorf in der nordöstlichen Region Charkiw im vergangenen Herbst größtenteils zurückerobert.

Die Pipeline misst insgesamt rund 2500 Kilometer und verbindet die russische Stadt Togliatti an der Wolga mit dem Hafen der ukrainischen Stadt Odessa am Schwarzen Meer. Mit Kriegsbeginn wurde der Betrieb vorübergehend eingestellt. Das russische Militär nutzte die Pipeline bis dahin zum Export von Ammoniak, das ein wichtiger Bestandteil von Düngemitteln ist. Die Regierung fordert, die Pipeline wieder in Betrieb zu nehmen, und verhandelt dies auch rund um das Getreideabkommen mit der Ukraine. Eine Verlängerung würde es ermöglichen, Millionen Tonnen Getreide aus der Ukraine zu exportieren.

Putin zu Damm: „Barbarische Tat“
Am Mittwoch machte der Kreml den Kriegsgegner auch für die Explosion am Kachowka-Staudamm verantwortlich. Es handle sich um eine „barbarische Tat Kiews.“ Dadurch sei eine „ökologische und humanitäre Katastrophe großen Ausmaßes“ verursacht worden, sagte der russische Präsident Wladimir Putin. 

Wie berichtet, war der am Fluss Dnipro in russisch kontrolliertem Gebiet gelegene Staudamm bei der Explosion in der Nacht zum Dienstag teilweise zerstört worden. Große Mengen Wasser traten aus, zehntausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Die beiden Kriegsparteien machen sich gegenseitig für den Angriff verantwortlich. Sicherheitsdienste und das Militär untersuchen den Fall derzeit.

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