Vorarlbergs Landesverwaltung will bis 2040 klimaneutral sein - Landes-Rechnungshof fordert bei „Mission Zero“ mehr Tempo ein.
Der Landesrechnungshof kümmert sich nicht nur um Euros, sondern auch um Emissionen: Die Behörde überprüfte das Vorhaben der Landesverwaltung, bis 2040 klimaneutral zu werden - und fand gleich in mehreren Bereichen Verbesserungspotenzial:
Im Jahr 2021 stammten 65 Prozent der in Landesgebäuden verbrauchten Energie aus erneuerbaren Quellen. Zwar gibt es konkrete Pläne, wie der Prozentsatz auf 90 gesteigert werden könne, allerdings seien keinerlei Unwägbarkeiten, „wie im Sanierungsbereich und Heizungstausch immer möglich, eingepreist worden“, erklärte Landesrechnungshof-Direktorin Brigitte Eggler-Bargehr.
Bahn statt Flieger
Zudem setze das Land beim Thema Heizen auf Biogas - ohne Rücksicht darauf, ob diese knappe Ressource überhaupt ausreichend vorhanden sein werde, kritisierte die Direktorin. Die Pläne sollten diesbezüglich abgesichert werden. Potenzial sieht Eggler-Bargehr auch bei den Flugkilometern. Vor allem bei Kurzstrecken empfiehlt sie die Benützung der Bahn. Der Anteil reiner Elektrofahrzeuge bei der Landesflotte habe sich von 20 Prozent im Jahr 2018 auf „vergleichsweise gute 36 Prozent“ im Jahr 2022 gesteigert. Bei den Ankäufen seien aber immer noch 40 Prozent mit Verbrennungsmotoren ausgestattet, weil es Ausnahmeregeln für Transport- oder Allradfahrzeuge gibt. Das Land müsse hier die technische Entwicklung gut im Blick behalten und das restriktiver handhaben.
Deutlich mehr Anreiz zum Energiesparen hätte das Land laut Rechnungshof bei einer Erhöhung der selbst gewählten CO2-Bepreisung. Mit 55 Euro je Tonne, steigend um fünf Euro jährlich, liege man im Vergleich nämlich im unteren Bereich. Die Schweiz zahle etwa 120 Euro pro Tonne.
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