Kritik, Spott und Häme
SPD-Politiker beantwortet Frage minutenlang nicht
Keine Antwort ist bekanntlich auch eine Antwort. Diesen Schluss musste wohl der Journalist, der den SPD-Politiker Philipp da Cunha zu einer Großveranstaltung der Partei interviewte, resigniert ziehen. Denn der Landtagsabgeordnete wich mehrere Minuten lang der Kostenfrage aus und wiederholte stattdessen mehrfach dieselben Floskeln. Das virale Video des Interviews erntete sowohl auf Social-Media-Plattformen als auch von der Konkurrenz Kritik.
Klare Frage - Klare Antwort. Wie sich schon oft in der Vergangenheit erwiesen hat, ist das bei Politiker-Interviews nicht immer ganz so einfach. Vor allem dann, wenn es um brisante Situationen wie mögliche Vorteilsnahme geht …
Philipp da Cunha verwirrt das Netz
Die Veranstaltung der SPD-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern erntete vor allem im Netz Kritik, Spott und Häme. Aber nicht wegen der Veranstaltung selbst, sondern aufgrund der ausweichenden Interview-Antworten des Parlamentarischen Geschäftsführers Philipp da Cunha. In einem Interview des NDR weicht der Politiker nämlich einer einfachen Frage mehr oder weniger gekonnt aus.
„Sie beantworten es nicht, also vergessen wir’s!“
Hintergrund des Gesprächs war eine Bürgersprechstunde, für die die SPD-Fraktion des Landtags ein Vier-Sterne-Hotel, den „Golchener-Hof“ nahe Brüel, gebucht hatte. „Was hat das gekostet?“ Eine simple Frage, mit der der Journalist wohl darauf anspielen wollte, dass das ausgewählte Hotel dem Ehemann einer SPD-Kollegin gehört. Doch wie konnte der Fragesteller ahnen, dass er nach zehn Nachfragen noch immer keine Antwort erhalten wird? Er bekam nämlich jedes Mal dieselben Antworten. Keine jedoch auf seine Frage. Man mache schon seit 15 Jahren so ein Bürgerforum und es sei sehr wichtig Bürgerfragen zu beantworten. Außerdem bezahle man einen „ortsüblichen Preis.“ Doch was genau ist ein ortsüblicher Preis? Und die Litanei beginnt von vorne …
Alles sei „rechtlich sauber“ gelaufen
„Immer wenn Steuergelder im Spiel sind, muss der Anschein der Vorteilsnahme vermieden werden“, merkten etwa Kritiker in Bezug auf die nicht vorhandenen Antworten an. Auch seitens der Konkurrenz hagelte es an Kritik. In einem Pressegespräch wies die SPD diese Vorwürfe jedoch ab. Es sei alles „rechtlich sauber“ gelaufen.
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