Tiwag-Ausbaupläne

„Erweiterung ist wichtiger Teil der Energiewende“

Tirol
20.07.2023 13:00

Das geplante Pumpspeicherkraftwerk der Tiwag im Platzertal sei für die Energiewende nötig. Es gebe die Vorgabe des Landes, bis 2036 zwei zusätzliche Terrawattstunden Strom aus Wasserkraft zu erzeugen. Die Ötztaler bräuchten keine Angst um ihr Trinkwasser haben, sagt der Oetzer Tiwag-Chef Speckle.

Gegenwind ist die Tiwag gewohnt. Im Falle der Erweiterung des Kraftwerkes Kaunertal durch einen neuen Speichersee im Platzertal mit unterirdischem Pumpspeicherkraftwerk erzeugen Ötztaler, Naturschützer und deren Verbände einen Sturm (der Entrüstung). Der Rechtsstreit der Tiwag mit den Ötztalern um die Rechte der Wassernutzung ließ viele Jahre vergehen. Das Großprojekt sei nun völlig veraltet und es zerstöre das größte hochalpine Moorgebiet Österreichs, argumentiert etwa der WWF.

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Weil die Energie für die Pumpen von Tagesabschnitten stammt, in denen Fotovoltaik und Wind für einen Stromüberschuss im Netz sorgen, kann hiermit diese Öko-Energie gespeichert werden.

Projektleiter Wolfgang Stroppa

„60 Prozent der Gesamtenergie, die Tirol benötigt, kommt immer noch aus fossilen Quellen“, kontert Alexander Speckle, Vorstandsdirektor der Tiwag, „sowohl EU, als auch das Land verlangen im Sinne der Energiewende die Steigerung des erneuerbaren Anteils.“ Zur Erreichung des Landeszieles, bis 2036 zwei zusätzliche Terrawatt Strom aus Wasserkraft zu produzieren, habe das Kaunertalprojekt fast einen Hälfteanteil. Die Umweltverträglichkeitsprüfung regle die Ausgleichsmaßnahmen ohnedies, die Beeinträchtigungen würden garantiert ausreichend kompensiert. 

Projektleiter Wolfgang Stroppa (li.) und Tiwag-Vorstand Alexander Speckle versuchen, die verschlungenen Projekte zu entwirren. (Bild: DAUM Hubert)
Projektleiter Wolfgang Stroppa (li.) und Tiwag-Vorstand Alexander Speckle versuchen, die verschlungenen Projekte zu entwirren.

Eine Kette von Plänen der Tiwag
Im Kaunertal soll Wasser vom bestehenden Gepatschspeicher in den höher gelegenen, projektierten Speicher im Platzertal gepumpt werden. Mit dem neuen Kraftwerk „Versetz“ könne man Verbrauchsspitzen abdecken. „Weil die Energie für die Pumpen von Tagesabschnitten stammt, in denen Fotovoltaik und Wind für einen Stromüberschuss im Netz sorgen, kann hiermit diese Öko-Energie gespeichert werden“, erklärt Projektleiter Wolfgang Stroppa. Die Kritik, dass Pumpspeicherkraftwerke ineffizient seien, dementiert er vehement: „Andere Speichertechnologien haben einen schlechteren Wirkungsgrad, der ist im Falle bei 78 Prozent.“

Das umstrittene Projekt Platzertal ist allerdings nur ein Element der ehrgeizigen Tiwag-Vorhaben: Neuer Triebwasserstollen Kaunertal-Gepatsch nach Prutz mit zusätzlichem Kraftwerk „Prutz 2“, Vergrößerung Tagesspeicher Runserau mit neuem Triebwasserweg, zweites Kraftwerk in Imst und abschließend das Projekt Imst-Haiming mit letzlich drei Turbinen im Kavernenkraftwerk Haiming. Speckle: „Somit hätten wir dasselbe Wasser viermal genutzt, das ist äußerst effizient.“ 

„Die Wasserversorgung des Ötztales ist garantiert“
„Der Ausbau des Kraftwerks Kaunertal ist ein zentraler Baustein für das Gelingen der Tiroler Energiewende“, mahnt Herdina-Nachfolger Speckle, dar natürlich mit den dazugehörigen Thematiken konfrontiert ist. Zum Beispiel die der Wasserversorgung des Ötztales, weil ja Wasser aus der Ache abgeleitet wird. Speckle, der in Oetz aufgewachsen ist, versichert, dass die Wasserversorgung im Ötztal garantiert und auch rechtlich mehrfach abgesichert sei. Auch mit den Raftern sei man in Kommunikation.

Apropos: In den nächsten Monaten werde die Tiwag die Bevölkerung in den Bezirken Imst und Landeck umfassend über die Pläne informieren. Zeit wird man dafür genügend haben, denn der Start des Projektes Kaunertal, das momentan in der Phase der Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) steckt, werde vor 2028 ohnehin nicht erwartet.

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