Mit dem Thermometer steigt der Durst, die Wasser-Abfüller liefern Rekordmengen aus. Doch der Verbrauchs-Einbruch von 2020 wirkt noch nach, und die Konsumenten greifen verstärkt zu billigeren Handelsmarken sowie Aktionen. Neue Sorten mit Vitaminen und Geschmack sollen daher das Geschäft beleben.
„Wir liefern derzeit bis zu 700.000 Flaschen am Tag aus“, strahlt Vitezslav Stanek, Geschäftsführer von Waldquelle. „Pro 0,5 Prozent Anstieg am Thermometer steigen unsere Verkaufszahlen um 15.000 Liter pro Tag“, rechnet Römerquelle-Boss Herbert Bauer. Und Vöslauer-Chefin Birgit Aichinger „füllt täglich an die 25.000 Hektoliter ab, das ist ungefähr doppelt so viel wie normal“.
Klar ist die Mineralwasser-Branche ein Hauptprofiteur der Hitzewelle der letzten Wochen. Das ist aber auch notwendig, denn so richtig sprudeln die Geschäfte seit Jahren nicht. 2020 versiegte der Absatz coronabedingt (geschlossene Lokale, keine Touristen) um fast 100 Millionen auf 644 Millionen Liter, der Pro-Kopf-Verbrauch stürzte sofort von über 90 auf 80 Liter und erholte sich seither nur milde auf 84 Liter (siehe Grafik).
Der kühle Frühling heuer hat auch nicht geholfen, „daher glaube ich nicht, dass wir das Niveau von 2019 heuer schon erreichen“, meint Aichinger. Zudem schauen die Konsumenten wegen der Teuerung aufs Geld, Handels-Eigenmarken dürften schon deutlich über 30 Prozent des Absatzes ausmachen.
Und auch bei Markenwässern wird geschleudert, im Lebensmittelhandel geht rund 70 Prozent des Verkaufs in Aktionen weg - heuer statt mit Rabatten eher über „1+1“-Angebote, weiß Starzinger-Geschäftsführer Patrick Moser (Frankenmarkter, Long Life etc.). Dass wenigstens die aktuelle Diskussion um künstliche Süßstoffe nachhaltig mehr Kunden weg von Light-Limonaden und hin zu ihnen spült, glaubt auch niemand in der Branche so wirklich.
Kein Wunder, dass alle Abfüller neue Quellen für bessere Margen suchen. Der Trend des Zusatzes von Vitaminen und Mineralstoffen wird daher verstärkt. Vöslauer brachte Sportdrinks mit Koffein oder Magnesium (Aichinger: „Das ist auch ein großes Frauenthema“), Waldquelle-Manager Stanek hat drei Wässer in Dosen, die immunstärkend bzw. vitalisierend sein sollen „und wir arbeiten an weiteren Innovationen“.
„Der Konsument will ja Abwechslung“
Die Dose ist überhaupt ein zweiter erkennbarer Trend. Römerquellle bietet seine Emotion-Line nun zusätzlich auch im Blech an. Starzinger-Chef Moser brachte jüngst sogar normales Frankenmarkter-Mineral nun so in die Regale. „International ist das üblich, teilweise weil dort PET verboten ist, die Dose ist ja gut recyclebar. Wir versuchen das jetzt als Test auch in Österreich, der Konsument will ja Abwechslung.“
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