Ukraine-Überblick
Was Sie über die aktuelle Kriegslage wissen müssen
Nun schon seit Februar 2022 läuft der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, der schon unzählige Tote und Verletzte gefordert hat. Täglich wird man von einer Welle an Nachrichten überflutet, sodass es schwer ist, den Überblick zu bewahren. Darum hier ein kurzer Faktencheck über die wichtigsten Ereignisse der letzten Tage.
Russischer Nationalist Girkin in Moskau festgenommen
Ex-Geheimdienstoffizier und Ultranationalist Igor Girkin ist seiner Ehefrau zufolge in Moskau festgenommen worden. Obwohl er als klarer Befürworter des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine gilt, kritisierte er zunehmend scharf die Kriegsführung Russlands. Er warf der militärischen Führung etwa Inkompetenz und Korruption vor.
Wagner entlässt bald letzte Sträflingsrekruten
Britischen Geheimdienstinformationen zufolge sollen in den kommenden Tagen die letzten Sträflingsrekruten aus dem Mandat der Wagner-Gruppe entlassen werden. Eine „beträchtliche Anzahl“ der Begnadigten werde jedoch das Angebot annehmen, von Wagner weiterhin als professionelle Auftragnehmer engagiert zu werden.
Kritische Äußerung: Selenskyj beruft Botschafter in London ab
Kurz nach einer kritischen Äußerung über Präsident Wolodymyr Selenskyj wurde der ukrainische Botschafter Wadym Prystajko in Großbritannien abberufen. Dieser hielt dem Staatschef im britischen Fernsehen „ungesunden Sarkasmus“ vor.
Angriff und Marine-Übung: Schäden in Küstenstädten
Nach der Aufkündigung des internationalen Getreideabkommens am Donnerstag hatte Russland mehrere Städte am Schwarzen Meer aus der Luft angegriffen.
China hat nun nach einem russischen Angriff auf die ukrainische Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer Schäden an seinem dortigen Generalkonsulat bestätigt. Der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge seien durch eine Explosion in der Nähe der diplomatischen Vertretung Teile des Gebäudes beschädigt worden - verletzt sei jedoch niemand.
Nach einem erneuten Angriff Russlands auf das Getreide-Terminal in der Region Odessa seien mindestens zwei Menschen verletzt worden. Laut den ukrainischen Behörden hätten die Russen im Morgengrauen Raketen von einem Raketenkreuzer abgeschossen, den sie nachts zum Patrouillieren ins Schwarze Meer entsandt haben. Zudem wurden durch den Beschuss 100 Tonnen Erbsen und 20 Tonnen Gerste zerstört.
Russland hielt auch eine Marine-Übung mit scharfer Munition ab. Alle Schiffe mit dem Ziel Ukraine würden nämlich ab sofort als Schiffe, die „potenziell militärische Ladung transportieren“, eingestuft.
Ukraine setzt US-Streumunition ein
Die USA melden nun den Einsatz der von ihnen in die Ukraine gelieferten Streumunition. Während Russland schon länger die von vielen Staaten geächtete Streumunition in der Ukraine eingesetzt haben soll, dürften die Angegriffenen jetzt mit denselben Waffen zurückschlagen. Laut einem Bericht wollte die Ukraine so offenbar russische Stellungen „aufbrechen“.
Polen verlegt Truppen wegen Wagner-Gruppe
Wagner-Söldner sind für die Ausbildung von Spezialkommandos des Militärs jetzt auf einem Militärgelände nahe der Grenze zu Polen stationiert worden. Polen verlegt nun wegen möglicher Bedrohung durch die russischen Wagner-Söldner Truppen aus dem Westen in den Osten.
Ukrainischer Kulturminister tritt zurück
Der ukrainische Kulturminister Olexander Tkatschenko trat nach einem Streit mit Präsident Selenskyj über staatliche Gelder zurück. In einem Krieg solle „das Maximum an staatlicher Aufmerksamkeit und damit an staatlichen Ressourcen in die Verteidigung fließen“.
Russland will Wehrpflichtige künftig bis 30 Jahre einziehen
Russland hebt jetzt das Höchstalter für den Einzug von Wehrpflichtigen um drei Jahre an. Künftig sollen Männer bis 30 in die Armee eingezogen werden können. Das Mindestalter hingegen soll bei 18 Jahren bleiben.
IAEA wartet auf Zugang zu AKW Saporischschja
Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) warten weiterhin auf Zugang zu dem Atomkraftwerk Saporischschja, das derzeit von russischen Truppen besetzt wird. Spezialisten konnten bisher keine sichtbaren Anzeichen von Sprengstoff oder Minen entdecken.
Laut IAEA-Direktor Rafael Grossi verlange man aber weiterhin Zugang zu den Dächern der Reaktoren und ihren Turbinenhallen. Alexej Lichatschow, Chef der russischen Atombehörde, hatte vor circa einer Woche Vorwürfe einer angeblich von Moskau geplanten Sprengung des Atomkraftwerks zurückgewiesen.
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