Der Urlaub der Familie Fink aus St. Veit im Innkreis in Oberösterreich endete, bevor er richtig begonnen hat. Obwohl auf Rhodos schon gefährliche Brände loderten, wurden die vier vom Veranstalter noch ins Hotel gebracht, nur um dann sofort die Flucht anzutreten. In der „Krone“ erzählen sie von ihrem Schicksal.
Reinhard Fink ist verzweifelt und richtig sauer. Eigentlich sollten er, seine Frau und die beiden Kinder (9 und 13 Jahre alt) jetzt am Strand auf Rhodos liegen. Stattdessen sitzen sie seit Stunden am Flughafen in Rhodos fest. „Wir sind am Samstag in Rhodos angekommen. Der Veranstalter wusste da schon, dass es Waldbrände auf der Insel gab. Dennoch hat man uns ins Hotel nach Kiotari gebracht, obwohl es schon einen bestehenden Zivilschutzalarm gab“, ärgert sich Fink. Die Familie kam dann um etwa 13.30 Uhr im Hotel an.
Nach Ankunft evakuiert
„Wir haben noch eingecheckt, waren um 13.45 fertig und um 14 Uhr wurden wir evakuiert“, erzählt der Innviertler. Für ihn und seine Familie begann dann aber erst die wahre Odyssee. Vom Hotel ging es einmal zehn Kilometer über Straßen und den Strand in eine Notunterkunft. Aber auch die musste man gegen 22 Uhr verlassen, wieder musste man rund acht Kilometer marschieren, bevor endlich Busse warteten. „Da spielen sich unglaubliche Szenen ab, die Leute haben um die Plätze in den Bussen gekämpft. Es herrschte das Recht des Stärkeren“, erzählt Fink.
Gepäck noch im Hotel
Das Gepäck hat die Familie zurücklassen müssen. „Wir haben nur noch das, was wir am Leib haben. Zum Glück hatten wir das Zimmer noch nicht bezogen und unsere Wertsachen und die Handys verstaut. Jetzt haben wir das wenigstens noch“, sucht Fink nach positiven Aspekten.
Am Flughafenboden geschlafen
Irgendwie schaffte es die Familie dann in einen der Busse, und man wurde zum Flughafen Rhodos gebracht. „Dort waren schon Tausende Menschen. Es herrschte ein Chaos. Wir haben am Fliesenboden geschlafen, meine Kinder waren verzweifelt, hatten Angst“, sagt Fink. Mehr als 24 Stunden dauert die Irrfahrt der Finks nun schon, es kommen aber noch einige Stunden dazu. „Denn der Reiseveranstalter TUI kann angeblich keine Rückflüge für seine Kunde organisieren“, erzählt der Oberösterreicher. Er half sich deshalb selbst, die Familie fliegt - wenn alles gut geht - am Sonntag nach Brünn.
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