Mit Benzin in Bank

„Ich wollte nur, dass sie mich ernst nehmen“

Tirol
26.07.2023 07:00

Wut und Verzweiflung ließen Anfang Juni einen 36-jährigen Ghanaer in Bad Häring in Tirol ausrasten. Mit einem vollen Benzinkanister marschierte er in eine Bank. Dass man so seine Geldgeschäfte nicht regelt, sieht der zweifache Vater mittlerweile selbst ein. Nun wurde er zu einem Jahr Haft verurteilt, doch schon nächste Woche ist er wieder frei.

„Ich konnte mich aufgrund von Wut und Schmerz nicht mehr beherrschen, ich wollte aber nie jemanden verletzen“, zeigte der in Tirol lebende Ghanaer (36) vor Gericht Reue.

Anfang Juni bemerkte der selbstständige Fitnesstrainer, der gerade dabei war, sein eigenes Studio zu eröffnen, dass die Bank sein Konto gesperrt hatte. Erst nach einer OP bemerkte der zweifache Vater, dass seine Unfallversicherung, die keine Raten mehr abbuchen konnte, ihn vor die Tür gesetzt hatte. „Ich war verzweifelt“, betonte der Angeklagte vor Richter Norbert Hofer.

Der 36-Jährige war mit einem Benzinkanister „bewaffnet“. (Bild: ZOOM.TIROL)
Der 36-Jährige war mit einem Benzinkanister „bewaffnet“.
In dieser Sparkassenfiliale in Bad Häring kam es zum Vorfall. (Bild: ZOOM.TIROL)
In dieser Sparkassenfiliale in Bad Häring kam es zum Vorfall.

„Ich wollte nur aufzeigen, wie ernst meine Lage ist“
An einer Tankstelle besorgte sich der 36-Jährige kurzerhand einen Kanister mit Benzin und machte sich damit auf den Weg zur Sparkassen-Filiale in Bad Häring. Im Foyer verschüttete er vor den Augen des Filialleiters einen Teil des Treibstoffs. „Ich wollte den Herrschaften dort nur zu verstehen geben, wie ernst meine Lage ist“, meinte der wegen schwerer Nötigung angeklagte Mann. Dass er ein Feuerzeug in der Hand hatte, als er die Bank betrat, stritt der Ghanaer vehement ab. „Ich hatte nur eines in der Hosentasche, weil ich eben Raucher bin.“

Nachdem sich der Angeklagte aufrichtig bei den bedrohten Bankangestellten entschuldigt hatte, wurde er zu zwölf Monaten Haft verurteilt – zehn davon wurden bedingt nachgesehen. Da das Urteil am Dienstag bereits rechtskräftig wurde und der Mann knapp zwei Monate in U-Haft saß, kann er bereits nächste Woche mit seiner Enthaftung rechnen. Den Bankbeamten darf er sich aufgrund einer Weisung aber nicht mehr nähern. Und er muss 468 Euro für die Reinigung des Bodens zahlen.

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