Rammstein-Sänger Till Lindemann hat am Donnerstagabend offenbar zum Angriff auf das ORF-Team am Vortag Stellung genommen. Er verurteile Rassismus und Antisemitismus, rief er den Fans am Ende des zweiten Rammstein-Konzerts im Wiener Ernst-Happel-Stadion zu.
Der Frontmann sah sich offenbar dazu veranlasst, da am Mittwochabend ein Team des ORF während eines Berichts vor dem Ernst-Happel-Stadion vor laufender Kamera angegriffen und wüst beleidigt wurde. „Ihr seid‘s lauter Juden, Gfrasta seid ihr“, sagte ein Mann und ging auf den ORF-Reporter Didi Petschl los, der im Gespräch mit der „Krone“ von einer aggressiven Stimmung berichtete.
Dabei war die Attacke auf das ORF-Team offenbar nur ein Nebenschauplatz. Der Polizei zufolge kam es zu einer ganzen Reihe von Anzeigen aufgrund von Provokationen beider Lager, sprich Fans und Gegnerinnen sowie Gegnern der Band. Bereits im Vorfeld des Konzerts am Mittwoch wurde ein Mann aufgrund der Bestimmungen des Verbotsgesetzes angezeigt. Er trug ein nationalsozialistisches Abzeichen am Mantelkragen. Weitere fünf Anzeigen gab es wegen des Verdachts auf Körperverletzung, zwei wegen des Verdachts auf sexuelle Belästigung und eine nach dem Suchtmittelgesetz.
„Grenzen überschritten“
Auch wegen Ordnungsstörung, des Verdachts auf Sachbeschädigung und aggressiven Verhaltens folgten bereits am Mittwoch Anzeigen. Die Kamera des ORF-Teams wurde bei dem Vorfall ebenfalls beschädigt. „Da wurden Grenzen überschritten“, unterstrich ORF-Journalistin Christine Baumgartner.
Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.