Ein 29-Jähriger handelte mit einer Komplizin mit Cannabis, weil er Geld für Pokemon-Karten brauchte. In der U-Haft in der Justizanstalt Josefstadt erlebte der schüchterne Angeklagte einen Schreckensvorfall. Sein Zellenkollege, bekannt als Bankräuber-König, beging Suizid. Bei seinem Prozess ist er von dem Vorfall gezeichnet.
Es sind keine Drogendealer, wie man sie sich vorstellt, die am Montag im LG Wien von Justizwachebeamten vorgeführt werden. Sondern ein schüchternes Pärchen. Das aber 16,4 kg Cannabis gekauft und weiterverkauft haben soll. „Das 25-Fache der Grenzmenge“, beziffert die Staatsanwältin den Suchtgifthandel - Strafdrohung ein bis 15 Jahre Haft.
Er hat genug durchgemacht. Ein Bankräuber hat sich in seiner Zelle das Leben genommen. Er hat versucht, ihn wiederzubeleben.
Verteidiger Philipp Wolm
Drogen für Pokemon-Karten verkauft
„Wir sind Pokémon-Fans. Wir haben den Gewinn für Pokémon-Karten ausgegeben“, so die überraschende Begründung der von Wolfgang Haas verteidigten Angeklagten. Die U-Haft hat ihr zugesetzt, wie auch dem 29-jährigen Mandanten von Anwalt Philipp Wolm: „Er hat genug durchgemacht. Ein Bankräuber hat sich in seiner Zelle das Leben genommen. Er hat versucht, ihn wiederzubeleben“, plädiert Wolm für eine milde Strafe.
Das angeklagte Paar wurde enthaftet
„Wie geht es Ihnen?“, fragt der Richter den Angeklagten, was in Prozessen nicht allzu oft passiert. „Nicht gut. Dadurch, dass dieser tragische Vorfall in der Zelle passiert ist“, antwortete der Mann. Der den von Rudolf Mayer vertretenen Bankräuber-König nicht retten konnte. Die Urteile für die ungewöhnlichen Dealer -18 bzw. 20 Monate teilbedingt. Das Paar wurde enthaftet.
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