Die „Krone“ hat mit Branddirektor-Stellvertreter Wolfgang Germ gesprochen. Er hat bei der Berufsfeuerwehr wegen der Sintflut vier Tage viele Einsätze für Klagenfurt kommandiert.
„Krone“: Wie viele Stunden haben Sie in den vergangenen vier Tagen als stellvertretender Branddirektor geschlafen?
Wolfgang Germ: Maximal 15, an den ersten zwei Tagen nur drei. In den ersten Tagen ist man jedoch voll mit Adrenalin. Allen Kollegen geht es ähnlich. Das Telefon läutet bei mir hunderte Male, man muss ruhig bleiben. Jede Minute sind zehn richtungsweisende Entscheidungen zu treffen.
Sie arbeiten seit 1997 bei der Berufsfeuerwehr. Die Zivilwarnung für Viktring war die erste in Klagenfurt seit 30 Jahren.
Das ist korrekt. Die Situation am Treimischer Teich war ganz dramatisch. Hätten wir die Big Bags mit den Baggern nicht anbringen können, wäre der komplette Teich übergelaufen und wir hätten ganz Viktring mit rund 10.000 Einwohnern evakuieren müssen.
Wie schaut die Situation aktuell in Klagenfurt aus?
Wenn es keine weiteren Niederschläge gibt, dauert es zehn Tage, bis das Grundwasser zurückgeht. Die Zusammenarbeit bei der Feuerwehr hat toll funktioniert, wir machen jedes Jahr drei Übungen für solche Extremsituationen. Am Sonntag tagt der letzte Krisenstab.
Solche Unwetter werden künftig vermehrt auftreten.
Das stimmt leider. Man muss das Rückhaltebecken am Treimischer Teich neu machen und zwar so schnell wie möglich. Sonst droht Schlimmes.
Sie mussten wegen der Sintflut Ihren Urlaub abbrechen.
Ich wollte eine Woche in Kärnten bleiben, am 4. August war mein Urlaub jedoch zu Ende. Um 8 Uhr früh ging es auf den Erkundungsflug. Ich wohne in Wölfnitz, habe auch selbst Wasser im Keller.
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