Der Lockdown-Schock aus Covid-Zeiten steckt den Wienern offenbar weiter in den Knochen. Die hohe Nachfrage bringt - ganz entgegengesetzt zum österreichweiten Trend - Rekordpreise für das „rare Gut Einfamilienhaus“
Dass Wien anders ist, zeigt sich auch bei den Immobilienpreisen: Ein Preisspiegel der Maklerfirma Immoscout 24 zeigt, dass Preise vor allem für Häuser überall zu fallen beginnen, mit Wien als extremer Ausnahme. Österreichweit sind Häuser im Jahresvergleich um ein Prozent billiger geworden - ein beträchtlicher Wert, kalkuliert man die hohe Inflation noch zusätzlich mit ein. In Wien jedoch sind Häuser währenddessen um gleich 14 Prozent teurer geworden.
Ein Quadratmeter Haus in Wien kostet inzwischen im Mittelwert 6364 Euro. Das ist um 783 Euro mehr als noch vor einem Jahr und liegt 2522 Euro über dem Österreich-Schnitt.
Nachfrage um mehr als 40 Prozent gestiegen
Markus Dejmek, Chef von Immoscout24 in Österreich, gibt zu bedenken, dass Einfamilienhäuser in Großstädten eben „ein rares Gut“ seien. Dazu komme, dass der Wunsch nach eigenen vier Wänden mit eigenem Garten seit den Lockdown-Erfahrungen ungebrochen hoch sei. „Wir haben einen Anstieg der Nachfrage von mehr als 40 Prozent erlebt“, so Dejmek.
Die Nachfrage allein habe schon zu Preissteigerungen geführt, gibt Dejmek zu bedenken. Außerdem seien inzwischen eben weniger Häuser auf dem Markt, das heißt: noch mehr Preissteigerungen. Das lässt Verkäufer abwarten, ob die Preise noch weiter steigen, womit ein dritter Faktor für die Preissteigerungen vorliegt. Die Entwicklung in den kommenden Monaten könnte laut Dejmek „spannend“ werden.
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