Streit um US-Gesetz

Kampf ums freie Netz: Anonymous will Sony angreifen

Web
19.01.2012 16:57
Im Zuge der Onlineproteste gegen zwei Gesetzesvorlagen zur Verschärfung des Urheberrechts in den USA meldet sich nun auch die Hackergruppe Anonymous zu Wort. Wie die Onlineausgabe des "SC Magazine" berichtet, plant Anonymous einen Angriff auf Sony, da das Unternehmen den kontroversiellen "Stop Online Piracy Act" (SOPA) unterstützt.

Das Hackerkollektiv wolle am kommenden Montag Sony.com attackieren und die Homepage mit BitTorrent-Files versehen, die es den Nutzern ermöglichen, urheberrechtlich geschütztes Material herunterzuladen, so das "SC Magazine".

Weiters solle auch der Onlinestore von Sony Music angegriffen werden, wobei Anonymous die Kosten der zu erstehenden Songs auf Null setzen wolle. Sollte das Vorhaben erfolgreich sein, könnten auch persönliche Details über Firmenangestellte in leitenden Positionen auf einer als "The Payload" bezeichneten Webseite veröffentlicht werden, zu der weltweit Nutzer von Sony-Webseiten weitergeleitet werden sollen. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Gruppe Sony im Visier einer ihrer Attacken gehabt und das Onlinenetzwerk der Spielekonsole Playstation infiltriert.

Sony gilt als einer der Lobbyisten der Gesetzesvorschläge, die von der Musik- und Filmindustrie unterstützt werden. Schließlich verliert diese jedes Jahr Einnahmen in Millionenhöhe durch illegale Downloads.

Scharfe Kritik an Zensur-Gesetzen
Am Mittwoch hatte das Onlinelexikon Wikipedia gegen die geplante Urheberrechtsverschärfung in den USA seine englischsprachige Ausgabe für 24 Stunden vom Netz genommen (siehe Infobox). Auch andere Online-Firmen, Journalisten, Menschenrechtler und Datenschützer protestieren gegen die Gesetzesvorlagen SOPA und PIPA (Protect IP Act).

Diese sehen eine vielfach schärfere Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen im Internet an - so sollen Internetprovider etwa gezwungen werden können, den Zugang zu ausländischen Websites zu sperren. Werden die Gesetze angenommen, bedeutet dies, dass auch Suchmaschinen und Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten gesperrt werden könnten - zum Beispiel Google oder Facebook, aber auch Amazon und eBay sowie viele weitere Websites in den USA. Dies bedeute Zensur und einen unzulässigen Eingriff in die technische Infrastruktur des Internets, kritisieren die Gegner. Zudem würden Herunterladen und Streaming geschützer Inhalte zu schweren Straftaten, für die Gefängnis droht.

Das Internet in seiner heutigen Form wäre mit diesen Gesetzen nicht mehr möglich, da jeder Inhalt vor seiner Einstellung von jemandem auf mögliche Urheberrechtsverletzungen geprüft werden müsste - weder technisch noch mit einer ganzen Armee an Prüfern wäre das möglich. Abgesehen davon, dass die Freiheit im Netz mit einem Schlag am Ende wäre.

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