Obwohl radioaktives Wasser in den Pazifik gepumpt wird, erlaubt die EU, potenziell verseuchten Fisch aus Japan zu importieren.
Nachdem Japan nun mit der Einleitung von 1,3 Milliarden Litern radioaktiv kontaminierten Kühlwassers aus der Atomruine Fukushima begonnen hat, weist die Regierung in Tokio alle Gesundheitsbedenken der Fischerei sowie Chinas und Russlands zurück. Und das, obwohl ein im Mai gefangener Fisch aus der Region rund um das AKW eine Cäsium-Konzentration von 18.000 Becquerel pro Kilogramm aufwies. Der gesetzliche Grenzwert liegt in Japan bei 100 Becquerel - der Fisch war also um das 180-Fache belastet.
An und für sich gab es nach dem Super-GAU von 2011 einen EU-Importstopp für Meeresfrüchte aus der Region. Doch nach und nach wurden die Importbeschränkungen immer weiter gelockert. Wie ein Fischernetz, das immer weitmaschiger wird. Beim jüngsten Gipfel im Juli besiegelten Japans Premier Fumio Kishida, Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel: „Die Einfuhrbeschränkung für Fisch aus Japan ist nun beendet!“
Für Martin Litschauer, Anti-Atom-Sprecher der Grünen, ist die Einfuhr des Fukushima-Fisches ein absolutes No-Go: „Es ist nicht hinnehmbar, dass die EU beschließt, potenziell verseuchten Fisch aus Japan wieder zu importieren. Die EU muss angesichts der Fakten ihre Entscheidung rückgängig machen.“
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