Seit Tagen werden heimische Banken mit Vorwürfen konfrontiert. „Die Diskussion hat sich aufgeschaukelt“, sagt Oberbank-Chef Franz Gasselsberger, der sich im ersten Halbjahr über ein Gewinnplus freut. Wenn das nicht neues „Futter“ für die Kritiker bedeutet...
Eine Klage gegen die unzulässigen Geschäftspraktiken des Bankensektors ist in Vorbereitung, Rufe nach einer Übergewinnsteuer und einem Zinsdeckel wurden laut - in den letzten Wochen schoss sich die Politik auf die heimischen Banken ein. „Die Anschuldigungen, die im Raum stehen, kann ich nicht nachvollziehen, sie sind aber da“, sagt Franz Gasselsberger.
Der Generaldirektor der Oberbank legte ein Top-Ergebnis für das erste Halbjahr vor, in dem der Periodengewinn nach Steuern auf 229,6 Millionen € kletterte. Neues „Futter“ für die Kritiker? „Die gute Ergebnisentwicklung kommt von der Zinsentwicklung“, sagt Gasselsberger, „man darf nicht vergessen, dass wir in den letzten sieben, acht Jahren Zinsmargen nur auf der Kreditseite verdient haben und auf der Einlagenseite nicht nur nichts verdient haben, sondern auch die Negativzinsen im Privatbereich nicht weitergeben konnten“.
Wir haben die Situation einer Vollbeschäftigung. Das wirkt sich sehr positiv auf die Bedienbarkeit der Kredite aus.
Franz Gasselsberger, Oberbank-Generaldirektor
„Haben in der Pandemie Großartiges geleistet“
Jetzt finde eine „Normalisierung der Zinsspanne“ statt. Die öffentliche Diskussion? „Hat sich aufgeschaukelt“, sagt der Oberbank-Chef, spricht von „Vor-Wahlkampf“ und „fehlender Sachlichkeit“: „Wir haben in der Pandemie Großartiges geleistet, von den Stundungen bis hin zu den Überbrückungsfinanzierungen, aber das ist schon vergessen.“ Die scharfe Kritik passe für ihn nicht ins Bild: „Wir verfügen über eine unglaublich hohe Kundenzufriedenheit.“
Private Einlagen liegen bei mehr als 6,8 Milliarden Euro
Die privaten Einlagen stiegen bei der Oberbank im ersten Halbjahr auf 6,827 Milliarden €, die Nachfrage nach Wohnraumfinanzierungen brach ein: „Das Wohnbaugeschäft wird sich erholen. Ich glaube aber nicht, dass die Immobilienpreise sinken werden.“
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